93 junge ForscherInnen gefördert

23. Jänner 2009, 15:15
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Förderungsstipendien der ÖAW in Wien vergeben - Dotierung der zwei größten Programme der Akademie aufgrund der Budgetsituation offen

Wien - Fast hundert JungforscherInnen haben am Freitag in der Aula der Wissenschaften Förderungsstipendien von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erhalten. In Summe betragen die Stipendien rund acht Millionen Euro, knapp sieben Millionen kommen aus dem Wissenschaftsministerium, wie dieses in einer Aussendung mitteilte.

"Wenn Österreich den Weg in der Spitzenforschung weiter erfolgreich gehen will, dann müssen wir uns auch zu entsprechender finanzieller Förderung der Forscherinnen und Forscher bekennen", betonte Wissenschaftsminister Johannes Hahn bei der Veranstaltung. Der Staat sei gerade in der Forschung gefordert, "eine verlässliche Perspektive und Kontinuität zu sichern. Sie ist vor allem für junge Forscherinnen und Forscher Basis einer erfolgreichen Arbeit und Grundlage eines glaubwürdigen Appells an die Wirtschaft gemeinsam den Zukunftsweg Forschung und Entwicklung voranzutreiben", so Hahn.

Forschungsprogramme

Die Stipendien für 93 ForscherInnen am Beginn ihrer Karriere kommen aus den Programmen APART (Austrian Programme for Advanced Research and Technology), DOC (Doktorandenprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), DOC-fFORTE (Frauen in Forschung und Technologie) sowie DOC-team (disziplinübergreifende Doktorandengruppen aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften) und MAX KADE (für ForscherInnen aus allen Bereichen, für die ein USA-Aufenthalt einen wichtigen Qualifizierungsschritt darstellt; finanziert wird es von der Max Kade Foundation New York).

Förderungssituation 2009

Wie sich die bisher noch nicht geklärte Budgetsituation der Akademie selbst - es kursiert das Schreckgespenst einer 30-prozentigen Kürzung - auf die diesjährigen Ausschreibungen der Stipendien auswirken wird, ist laut Barbara Haberl von der ÖAW-Verwaltungsstelle für Stipendien noch nicht komplett abzusehen.

Für die zwei Programme DOC-fFORTE und DOC-team, für die Einreichungen bis 15. Mai bzw. 31. Oktober möglich sind, seien die dafür beanspruchten Sondermittel bereits zugesagt und die Ausschreibungen damit wie geplant durchführbar. Die ausgeschriebenen Programme L'Oreal Österreich (1. März) und Max-Kade (15. Mai) speisen sich aus Privatgeldern. Über die vom Wissenschaftsministerium finanzierten Stipendien am Historischen Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom (31. März) - ohnehin ein eher kleinerer Topf - kann Haberl nichts sagen. Die zwei größten Programme der Akademie, APART und DOC (beide 15. Mai) laufen über das Budget der ÖAW: Ihre Dotierung ist damit für heuer noch offen. Haberl hofft auf die gleiche Gesamtsumme wie im Vorjahr in Höhe von 4,2 Mio. Euro.

Nach den Programmen ...

Durch spezielle Förderprogramme für Frauen werde eine ausgeglichene Verteilung der Mittel unter Forscherinnen und Forschern erreicht, heißt es in der Aussendung. Seit 2003 wurden durch DOC-fFORTE 88 Doktorandinnen gefördert, von 39 Absolventinnen haben bis Ende 2007 über 60 Prozent promoviert. Mehr als ein Drittel der ehemaligen DOC-fFORTE-Geförderten fanden eine Anstellung an einer Universität im In- oder Ausland. Ein weiteres Drittel konnte nach Abschluss des Stipendiums im außeruniversitären Bereich bzw. durch Drittmittelfinanzierung weiterforschen.

Seit Bestehen des Programms APART 1993 sind 72 Prozent der Geförderten habilitiert; 87 Prozent der mit DOC geförderten Wissenschafter haben promoviert.

Karl-Schlögl-Preis

Jene Mittel, welche die ÖAW einsparte, indem sie im Vorjahr erstmals keine Karten - sondern einen Rundbrief - als Weihnachtsgruß versendet hat, fließen übrigens in den Karl-Schlögl-Preis. Die Auszeichnung wurde 2008 erstmals vergeben, mit ihr werden herausragende Diplomarbeit oder Dissertation auf dem Gebiet der Chemie ausgezeichnet. Seine Dotierung von 3.700 Euro wird von Schlögls Witwe sowie von der Akademie getragen, und der Preis heuer im Oktober überreicht (Einreichtermin 15. März). (APA)

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    ÖAW-Stipendien wurden am Freitag an 93 ForscherInnen verliehen - Minister Hahn will eine "verlässliche Perspektive und Kontinuität" für die Forschung.

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