Weniger Privatkredite, mehr Firmenkredite im November

23. Jänner 2009, 14:39
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Wien - Die befürchtete Kreditklemme hat sich im November 2008 bereits bei der Kreditvergabe an Private bemerkbar gemacht. Die Ausleihungen an private Haushalte (inklusive Freie Berufe) verringerten sich laut den jüngsten Daten der Oesterreichische Nationalbank (OeNB) gegenüber dem Vormonat Oktober um 2,8 Mrd. Euro auf 118,1 Mrd. Euro. Wechselkursbereinigt waren es rund 1 Mrd. Euro. Kredite an Unternehmen erhöhten sich dagegen noch um 1,7 Mrd. Euro auf 133,1 Mrd. Euro.

Innerhalb der letzten zwölf Monate wurden in Summe bis November um 4,4 Mrd. Euro oder 3,9 Prozent mehr Kredite an Private vergeben, wechselkursbereinigt betrug der Zuwachs allerdings nur 1,6 Mrd. Euro oder 1,4 Prozent. Die Ausleihungen in Euro gingen um 0,8 Mrd. Euro (1,0 Prozent) auf 81,4 Mrd. Euro zurück. Private Fremdwährungskredite verringerten sich transaktionsbedingt um 0,2 Mrd. Euro (0,6 Prozent) auf 36,7 Mrd. Euro.

Das Gesamtvolumen an Ausleihungen an inländische Nichtbanken sank im November 2008 gegenüber dem Vormonat um 0,9 Mrd. Euro auf 305 Mrd. Euro, wechselkursbereinigt errechnet die OeNB allerdings einen Anstieg von rund 1,4 Mrd. Euro oder 0,5 Prozent. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ergab sich ein Anstieg um 17,4 Mrd. Euro (6,1 Prozent), wechselkursbereinigt um rund 13,1 Mrd. Euro bzw. 4,4 Prozent.

Anstieg bei Euro-Krediten

Der Anstieg ging ausschließlich auf Kredite in Euro zurück - der Bestand an Euro-Ausleihungen stieg um 1,7 Mrd. Euro (0,7 Prozent) auf ein aushaftendes Gesamtvolumen von 250,5 Mrd. Euro. Der Bestand an Euro-Ausleihungen expandierte innerhalb der letzten zwölf Monate um 10,3 Mrd. Euro (4,3 Prozent).

Der Bestand an Fremdwährungskrediten lag bei 54,6 Mrd. Euro und ging somit gegenüber dem Vormonat um 2,6 Mrd. Euro zurück. Großen Anteil hatte daran die Wechselkursentwicklung des Schweizer Franken, der im November stark abwertete. Bei Berücksichtigung der Wechselkurseffekte konnte transaktionsbedingt lediglich ein Rückgang um 0,2 Mrd. Euro verzeichnet werden. Die Fremdwährungsausleihungen zeigten gegenüber November 2007 eine Zunahme von 7,1 Mrd. Euro bzw. 15,0 Prozent. Klammert man die Wechselkurseffekte aus, belief sich der Zuwachs nur auf 2,8 Mrd. Euro bzw. 5,0 Prozent, wie die OeNB Freitagnachmittag erklärte.

In allen Währungen war der Anstieg hauptsächlich auf den Unternehmenssektor zurückzuführen. Die Zuwächse verteilten sich dabei auf breiter Front auf den Bankensektor und betrafen besonders Eurokredite. Diese stiegen im November um rund 2,0 Mrd. Euro (1,7 Prozent) auf 120,5 Mrd. Euro (im Oktober war noch ein Rückgang um 1,6 Mrd. Euro bzw. -1,7 Prozent festzustellen). Im Fremdwährungsbereich - der im Unternehmenssektor allerdings eine untergeordnete Rolle spielt - konnte laut OeNB wechselkursbereinigt ebenfalls eine leichte Erhöhung von 0,2 Mrd. Euro (1,6 Prozent) auf 12,6 Mrd. Euro beobachtet werden. (APA)

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