Hochwasseruntersuchung für geplanten Tiefgaragenbau

23. Jänner 2009, 14:26
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Grünen starten Unterschriftenaktion "Rettet den Naschmarkt"

Aufgrund einer projektierten Tiefgarage unter dem Naschmarkt befürchten die Wiener Grünen eine nachhaltige Beschädigung der bekannten Stand- und Lokalmeile. Deshalb startet die Oppositionspartei nun eine Unterschriftenaktion, welche die Garagenrealisierung verhindern soll. Vonseiten der Stadt wurde einstweilen auf die aktuell laufende Machbarkeitsstudie verwiesen, als deren "wesentlicher" Teil eine Hochwasseruntersuchung im Februar vorliegen soll.

Der Grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch sprach bei der Kampagnenpräsentation am Freitag von einer "Zerstörung" des Marktes. Die Millionenbeträge könnten für Sinnvolleres verwendet werden. Der Naschmarkt spiele einerseits eine wichtige Rolle für die Nahversorgung und habe sich andererseits in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Szenetreff entwickelt, ergänzte Klubobfrau Maria Vassilakou: "Die Umsetzung der Garagenpläne würde den vorderen Teil des Marktes auf Jahre hin unbrauchbar machen und somit ruinieren." Zudem sei das Vorhaben unsinnig, da es im Umfeld von rund 500 Metern derzeit zwölf gewerbliche Tiefgaragen mit circa 2.300 Stellplätzen gebe.

Platz für 370 Fahrzeuge

Nach jetzigen Plänen soll die Tiefgarage rund 370 Fahrzeugen im Bereich zwischen Secession und Kettenbrückengasse Platz bieten. Einziehen soll sie in das Wienflussgewölbe, einem Hohlraum zwischen Fluss und Markt. Das Projekt wurde Ende November 2008 in den Bezirksgremien präsentiert. Vorgesehen sind jeweils zwei Zufahrtsrampen am Anfang und Ende sowie einige Zugänge entlang der Wienzeile, was die Grünen aus ästhetischer Perspektive ebenfalls kritisieren.

Im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) hieß es dazu, dass es momentan noch gar kein genaues "Bauszenario" gebe. Vielmehr werde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, so eine Sprecherin zur APA. Als wesentlicher Teil derselben werde im Auftrag des etwaigen künftigen Garagen-Betreibers Wipark gerade eine Hochwasserstudie erstellt. Sie wird für Februar erwartet und daraufhin von den städtischen Behörden geprüft. Dann werde es auch eine öffentliche Infoveranstaltung geben. Zudem werde aktuell auch eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt. Die Grünen bekräftigten unterdes ihre Befürchtung, der künftigen Garage würde bei Hochwasser eine Überflutung drohen.

Beschwichtigende Worte kommen von der Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (S): "Der Naschmarkt bleibt, wie er ist. Egal, ob eine Garage darunter gebaut wird oder nicht". Im Falle eines negativen Wasserrechtsbescheids gehe sie aber davon aus, "dass das Projekt gestorben ist", so Kaufmann in einer Aussendung. (APA)

Die Grünen-Petition "Rettet unseren Naschmarkt" soll vorerst bis Ostern laufen, wobei die entsprechenden Listen am Infostand aufliegen, den die Grünen ab sofort jeden Samstag vor Ort aufbauen werden. Außerdem kann man via Internet (http://wien.gruene.at/naschmarkt) seine Unterstützung bekunden. Darüber hinaus ist eine Informationsveranstaltung geplant, die am Dienstag, 27. Jänner, um 19.00 Uhr im "Spektakel" (5., Hamburgerstraße 14) über die Bühne geht. (APA)

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