Deutsche in Mali entführt

23. Jänner 2009, 21:58
posten

Touristen vermutlich von Tuaregs überfallen

Berlin - In der westafrikanischen Republik Mali sind zwei Schweizer, eine Deutsche und ein Brite entführt worden. Die vier waren in einer Touristengruppe eines deutschen Reiseveranstalters unterwegs. Das deutsche Auswärtige Amt erinnerte am Freitag daran, dass für Mali eine Reisewarnung bestehe; diese sei sehr ernst zu nehmen. Alles andere wäre unverantwortlich. "Spiegel Online" berichtete, die 75-jährige Deutsche aus Darmstadt, ein Schweizer Ehepaar und ein Brite seien am Donnerstag in der Grenzregion zwischen Mali und Niger überfallen worden. Die Gruppe sei von einem mehrtägigen Volksfest der Wüstenstämme der Tuareg im nördlichen Niger zurückgekommen. Die anderen Touristen, ebenfalls aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz sowie aus Luxemburg, hätten entkommen können.

Die Regierung von Mali hatte im April vorigen Jahres mit den Tuareg-Rebellen ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe im Norden des Landes geschlossen. Die Vereinbarung kam unter libyscher Vermittlung zustande. Auch die in Tunesien verschleppten und mittlerweile freigelassenen österreichischen Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber waren in Nordmali festgehalten worden. Die Tuareg sind ein Nomadenvolk mit kriegerischer Tradition, das in der Sahara und Sahelzone von Mali, Niger und Algerien lebt. Die wegen ihrer traditionell mit Indigo gefärbten Gewänder oft als "blauen Männer der Wüste" bezeichneten Tuareg fühlen sich in Mali wie auch im Niger benachteiligt. In den vergangenen Jahren kam es in beiden Ländern wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Tuareg-Rebellen.

Der Heidelberger Reiseveranstalter "Oase-Reisen" bestätigte die Entführung von vier Urlaubern in Mali. Ein Sprecher äußerte die Vermutung, die Entführer gehörten der Tuareg-Rebellengruppe "Allianz für den Wandel" an. Den Koch der Gruppe hätten die Entführer mit einer "Schein-Exekution" eingeschüchtert. (APA/AP/dpa)

 

Share if you care.