2008 um 27 Prozent weniger Umsatz

23. Jänner 2009, 13:43
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Wien - Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008, das von starken Verwerfungen an den Finanzmärkten gekennzeichnet war, ist auch mit Zertifikaten deutlich weniger Geschäft zu machen gewesen. Die Zertifikate-Umsätze der sechs im Zertifikate Forum Austria (ZFA) vertretenen Mitgliedsbanken brachen im Vorjahr um 27 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro ein - nach 5,1 Mrd. Euro im Jahr davor. Das bei Privatanlegern investierte Volumen ("Open Interest") ging dagegen nur um 5,9 Prozent auf 353 Mio. Euro zurück.

Der heimische Zertifikate-Markt ist im Vorjahr von der Finanzkrise vergleichsweise gering betroffen worden, so der Vorstandsvorsitzende des ZFA, Heinrich Karasek. Insgesamt beläuft sich das Open Interest der sechs ZFA-Mitglieder, die nach eigenen Schätzungen einen Marktanteil von 75 Prozent halten, auf 5,66 Mrd. Euro. 2009 werde voraussichtlich für alle Marktteilnehmer "herausfordernd" bleiben, so Karasek.

Den relativ geringen Rückgang beim investierten Volumen führt Karasek auf den hohen Anteil an Garantieprodukten zurück. Über 80 Prozent sind in dieser Produktgruppe investiert. Hebelprodukte wie Optionsscheine, Turbo- bzw. Knock-out-Zertifikate haben dagegen im Vorjahr drei Viertel bzw. 115 Mio. Euro verloren. Ursache dafür waren vor allem die beträchtlichen Kursverluste an den Aktienbörsen, die sich aufgrund des höheren Hebels stärker auf diese Produktgruppe niedergeschlagen haben.

Mit Anlage- und Hebelprodukten haben die sechs ZFA-Mitglieder im Dezember insgesamt 241 Mio. Euro umgesetzt, ein leichter Umsatzrückgang von 1,5 Prozent oder 4 Mio. Euro. Im Gegensatz zum November, in dem Anlageprodukte hauptverantwortlich für den starken Umsatzverlust von 54,4 Prozent waren, sind diese im Dezember um 1,8 Prozent bzw. 4 Mio. Euro gestiegen und somit für den Umsatzzuwachs verantwortlich. Das Volumen beträgt 219 Mio. Euro. Daher erhöhte sich auch der Anteil von Anlageprodukten am gesamten Umsatzvolumen auf 90,8 Prozent (im Vormonat waren es 87,8 Prozent).

Zu den ZFA-Mitgliedern zählen die sechs führenden österreichischen Zertifikate-Emittenten Volksbank AG, Raiffeisen Centrobank, Sal. Oppenheim Österreich, Erste Bank, Bank Austria und ABN Amro. Die Umsätze werden ermittelt, indem die einzelnen Handelsvorgänge pro Zertifikat zum jeweiligen Ausführungskurs berechnet und aufaddiert werden. Dabei werden Käufe und Verkäufe jeweils mit ihrem Absolutbetrag einbezogen. (APA)

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