Erfolgsaussichten nun besser vorhersehbar

23. Jänner 2009, 13:50
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Chance schwankt stark mit Alter - Bisher größte Studie zum Thema - Nicht nur die Schwangerschaftsrate, sondern auch die Chance auf die Geburt untersucht

Boston - Der Erfolg einer künstlichen Befruchtung hängt stark vom Alter der Frauen ab. In der bisher größten Studie zu dem Thema untersuchten Forscher mehr als 6.000 Frauen, die sich der Behandlung in den USA unterzogen. Dabei lag die Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines Kindes bei Frauen unter 35 Jahren zwischen 65 und 86 Prozent, bei den Teilnehmerinnen ab 40 Jahren dagegen nicht einmal halb so hoch bei 23 bis 42 Prozent. Laut bisherigen Schätzungen liegt die Chance für eine Lebendgeburt in Österreich insgesamt wischen zehn und 20 Prozent pro Behandlungszyklus.

Die Mediziner um Beth Malizia aus Boston wollten in der Studie die zentrale Frage beantworten, die Paare mit Kinderwunsch vor einer künstlichen Befruchtung beschäftigt: Wie hoch ist die Chance für die Geburt eines Babys? Bei der Behandlung werden Eizellen im Labor mit Samenzellen befruchtet. Entstehende Embyronen werden dann nach drei bis sechs Tagen in die Gebärmutter eingepflanzt.

Schwangerschaftsrate und Geburt

Die Forscher klärten nun nicht die Schwangerschaftsrate, sondern die Chance auf die Geburt eines Babys nach bis zu sechs Behandlungszyklen. Die insgesamt 6.124 Frauen unterzogen sich 14.248 Zyklen. Insgesamt kam es zu 3.126 Entbindungen. Bei 27 Prozent davon kamen Zwillinge zur Welt, bei zwei Prozent Drillinge.

Dies zeige, dass die künstliche Befruchtung außergewöhnlich effektiv sei, schreiben die Mediziner im "New England Journal of Medicine (NEJM)". Allerdings gelten in den USA bei dem Verfahren andere rechtliche Bestimmungen: Mediziner jenseits des Atlantik können von mehreren Embryonen den lebensfähigsten aussuchen.

IVF-Regelung in Österreich

Die künstliche Befruchtung ist in Österreich im "Fortpflanzungsmedizingesetz" geregelt. Der IVF-Fonds zur Finanzierung der In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist im Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Frauen eingerichtet und übernimmt 70 Prozent der Behandlungskosten. Anspruch besteht für Paare in Lebensgemeinschaft oder Ehe, bei denen die Frau unter 40 Jahre und der Mann unter 50 Jahre alt sind. Zumindest bei einem Teil muss Sterilität diagnostiziert worden sein. Unterstützt werden vier Versuche je Paar pro angestrebter Schwangerschaft. (APA/AP/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein neun Monate altes Baby krabbelt während eines Gruppenfototermins von IVF-Babys davon

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