Auto in 17 Monaten

23. Jänner 2009, 13:06
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Was der konsequente Einsatz digitaler Technologien bringen kann, zeigte die Magna Steyr Fahrzeugtechnik in Graz

Vom ersten Konzept bis zum Start der Produktion des aktuellen Fiat Bravo dauerte es gerade einmal 17 Monate.

Wie Magna Steyr den Weg zum Ziel, für den man normalerweise mit 24 bis 28 Monaten rechnen
muss, derart verkürzen konnte, ist schnell erklärt: Der neue Bravo wurde zu hundert Prozent virtuell
entwickelt – das Produkt ebenso wie die Produktion.

Dass jeder Monat weniger nicht nur Zeit, sondern auch eine Menge Kosten spart, ist ohnehin klar. „Auf diese Weise können negative Business-Cases in positive umgewandelt werden“, weiß Martin Wifling, Leiter des Produktentstehungsprozesses in der Vorentwicklung von Magna Steyr.

Magna Steyr ist ein idealtypisches Unternehmen für den Einsatz virtueller Technologien.
Die Entwicklung von Hightechkomponenten, etwa in der Allradtechnologie, die Entwicklung
von Gesamtfahrzeugen wie dem Fiat Bravo oder die Produktion von eher kleinen, feinen Serien wie aktuell dem Saab Cabrio oder in Kürze dem Aston Martin Rapide und dem Porsche Cayman verlangt hohe Flexibilität, Effizienz und schnelle Reaktion in einem ohnehin immer härter werdenden
Markt wie jenem der Automobilzulieferer. Ob es um Crashtests, Ergonomiefragen oder den Wirkungsgrad der Klimaanlage geht, ob es die Lackqualität, die Montage der Türen, das Setzen
der Schweißpunkte oder den Materialfluss betrifft: Fast alles kann am Rechner inzwischen
simuliert werden. Dadurch konnte man sich beispielsweise den Bau von ganzen
Prototypengenerationen ersparen.

„Wir brauchten nur eine Handvoll physikalischer Modelle, um unsere virtuellen Ergebnisse zu
verifizieren und abzusichern“, fasst Wifling die schlanke Entwicklung zusammen. „Die
Herausforderung ist der Datenaustausch, die unübersichtliche Masse an Werkzeugen zu
integrieren, damit die Produktionsplanung tatsächlich mit den gleichen Daten arbeitet
wie die Konstruktion.“ Denn die Beschleunigung der Gesamtentwicklung ist nur zu
erreichen, wenn beide Fraktionen parallel arbeiten. Was es braucht, sind übergreifende
Tools, um die unterschiedlichen Anforderungen und Formate der unterschiedlichen
Programme wie CAD, Stücklistenverwaltung, Fertigungs- oder Betriebsfestigkeitssimulation
zu vereinheitlichen. „Siemens bietet hier schon sehr gute Ansätze“, bestätigt Wifling.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von hi!tech

  • Wifling: „Herausforderung Datenaustausch.“

    Wifling: „Herausforderung Datenaustausch.“

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