Microsofts Problem heißt Windows Vista

23. Jänner 2009, 13:08
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Firmen bleiben bei XP - Privatkunden wandern zu Apple - Windows 7 soll das Vista-Malheur ausbügeln

Microsoft setzt die Wirtschaftskrise stärker zu als erwartet. Während andere Größen der Computer-Branche wie Apple und IBM positiv überraschten, verfehlte der US-Softwareriese mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen und kündigte am Donnerstag den Abbau von 5000 Stellen an - der WebStandard berichtet.

Marktanteile wandern zu Apple

Zudem wagte er unter Verweis auf die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr mehr. Es sei aber mit einem Gewinn- und Umsatzrückgang zu rechnen.
Als Grund führte der Konzern die Schwäche des PC-Markts und den Trend zu billigeren Notebooks an. Der Markt pendle sich auf ein niedrigeres Ausgabenniveau ein und es sei keine baldige Kehrtwende zu erkennen, sagte Konzernchef Steve Ballmer. Microsoft musste nach seinen Worten Marktanteile an den Erz-Rivalen Apple abgeben, der wie der weltgrößte IT-Dienstleister IBM seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal überraschend ausgebaut und die Anleger mit einem optimistischen Geschäftsausblick erfreut hat.

Schuld trägt Vista

Laut Branchenbeobachtern trägt primär der schleppende Verkauf von Windows Vista Schuld an der mauen Performance von Microsoft. Laut Analysten von Gartner, wird das aktuelle Windows kaum in Firmen eingesetzt - sie bleiben lieber bei Windows XP.

Zum Verkaufsstart fiel Vista durch fehlende Gerätetreiber, absurde Fehlermeldungen und penetrante Sicherheitsabfragen bei zahlreichen Kunden durch. Microsoft reagierte nicht, sondern meinte, die „Presse" schreibe das aktuelle Windows schlecht.

Zu spät für 5000 Mitarbeiter

Mit Hilfe eines Servicespacks sind mittlerweile einige Unzulänglichkeiten behoben, allerdings in Sachen Performance schlägt XP seinen Nachfolger immer noch um Längen. So blieb Vista bei seinem schlechten Ruf und trieb Käufer zu Apple. Erschwerend werden die Verkäufe durch den enormen „Hardwarehunger" der aktuellen Windows-Plattform erschwert. Vista kann nicht auf Netbooks benutzt werden. Mit Windows 7 sollen nun das Vista-Malheur ausgebügelt werden. Allerdings zu spät für 5000 Mitarbeiter.(red)

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