Die digitale Kette schließt sich

23. Jänner 2009, 12:52
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Neue Produkte kommen in immer schnellerem Takt, in immer mehr Varianten und unter immer größerem Kosten- und Qualitätsdruck auf den Markt

Schneller, flexibler, effizienter: Diesen Anforderungen werdenUnternehmen in Zukunft nur gerecht werden
können, wenn sie alle modernen Werkzeuge
der Digitalisierung und Simulation nützen
und den gesamten Ablauf von der Produktentwicklung
über die Fabrikplanung bis zur
Steuerung der Fertigung zu einem durchgängigen
Prozess zusammenführen. Die nahtlose
Verknüpfung von virtueller und realer Entwicklung, von virtueller und realer Fabrik
wird in den nächsten Jahren der Schlüssel
zum Erfolg für Unternehmen sein, die einem
mächtig beschleunigten Markt nicht atemlos
hinterherlaufen wollen.

Belege dafür gibt es mehr als ausreichend.
Zum Beispiel der iPod von Apple: Seit er vor
sieben Jahren im Oktober 2001 erstmals vorgestellt
wurde, sind weitere 35 neue Modelle
auf den Markt gebracht worden. Das bedeutet:
Im Durchschnitt wurde von Apple alle zweieinhalb
Monate eine neuer iPod präsentiert.
Ein Lehrbeispiel dafür, wie man einen Markt
permanent unter Spannung hält.

Individuelles Massenprodukt

Ähnliches lässt sich selbst bei vergleichsweise langlebigeren
Produkten beobachten: Bedenkt man alle
Ausstattungs- und Wahlmöglichkeiten – ob
es nun Außenfarbe, Sitzbezüge, Motor- und
Ge trie be varianten oder die zahlreichen Extras
sind –, ist es sogar relativ unwahrscheinlich,

dass zwei gleiche VW Golf auf der Straße anzutreffen
sind, obwohl so viele davon verkauft
werden. Zugespitzt ausgedrückt: Ein Golf ist
ein Massenprodukt, aber jeder einzelne Golf
eine Individualanfertigung. Die Zeiten haben
sich geändert seit Henry Fords legendärem
Ausspruch Anfang letzten Jahrhunderts, wonach
seine Kunden den Ford T in allen Farben
bestellen könnten, solange es nur Schwarz
sei. Kein Zufall daher, dass die Autoindustrie
jene Branche ist, die digitale Entwurfs- und
Simulationstechnologien so konsequent einsetzt
wie kaum eine andere.

Das betrifft die Produktentwicklung ebenso
wie die Planung und Steuerung der Fertigung.
Autos werden am Rechner entworfen,
konstruiert und erprobt, Fabriken und Fertigungsstraßen
werden am Rechner geplant
und simuliert, Steuerungsprozesse für Maschinen
werden am Rechner entwickelt und
programmiert. Übertragen auf andere Branchen könnte das etwa bedeuten, dass wir in
Zukunft unsere Hightechlaufschuhe selbst
konfigurieren – vom an die Fußform angepassten
Schnitt über die Farbe bis zur auf die
Joggingrunden abgestimmten Dämpfung. Das
Einzelstück nach Maß wird dabei kaum mehr
kosten als die Massenware.

 

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von hi!tech

 

  • PRODUKTION DER ZUKUNFT
1 Ein Kunde möchte spezielleLaufschuhe und übermitteltseine individuelle Bestellung.
2 Das Produkt wird virtuellam Computer entworfen, dieFertigungsstraßen werdensimuliert und optimiert.
3 Der Kunde hat Einsicht inden Zwischenstand undäußert Änderungswünsche.
4 Sie fließen in die Produktgestaltungein und verändernden Fertigungsprozess.
5 Die Produktion erfolgt ineinem hochautomatisierten,digital gesteuerten Prozess.
6 Die Laufschuhe verlassendie Produktion und werdenauf einen Lkw verladen.
7 Moderne Telematik beschleunigtdie Fahrt undmacht sie sicherer.
8 RFID-Tags sorgen dafür,dass der Kunde immer weiß,wo sich die Ladung befindet.
9 Die Laufschuhe treffenpünktlich beim Kunden ein.

    PRODUKTION DER ZUKUNFT

    1 Ein Kunde möchte spezielle
    Laufschuhe und übermittelt
    seine individuelle Bestellung.

    2 Das Produkt wird virtuell
    am Computer entworfen, die
    Fertigungsstraßen werden
    simuliert und optimiert.

    3 Der Kunde hat Einsicht in
    den Zwischenstand und
    äußert Änderungswünsche.

    4 Sie fließen in die Produktgestaltung
    ein und verändern
    den Fertigungsprozess.

    5 Die Produktion erfolgt in
    einem hochautomatisierten,
    digital gesteuerten Prozess.

    6 Die Laufschuhe verlassen
    die Produktion und werden
    auf einen Lkw verladen.

    7 Moderne Telematik beschleunigt
    die Fahrt und
    macht sie sicherer.

    8 RFID-Tags sorgen dafür,
    dass der Kunde immer weiß,
    wo sich die Ladung befindet.

    9 Die Laufschuhe treffen
    pünktlich beim Kunden ein.

  • AUTOINDUSTRIE
Simulationstechniken optimieren die komplexen Abläufe der Fabrik.

    AUTOINDUSTRIE

    Simulationstechniken optimieren die komplexen Abläufe der Fabrik.

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