Wirtschaftskrise zwingt zu Kurzarbeit und Jobabbau

23. Jänner 2009, 11:49
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Personalabbau bei Tyrolit und Holzindustrie Pfeifer, Kurzarbeit bei Liebherr und Südtiroler Fluglinie Air Alps

Innsbruck - Die anhaltende Wirtschaftskrise zwingt auch die Tiroler Industrieunternehmen zu entscheidenden Maßnahmen, wie Kurzarbeit oder Jobabbau. Beim Tiroler Schleifmittelhersteller Tyrolit, der zum Swarovski-Konzern gehört, wird es "punktuell zu Personalabbau" kommen, die Holzindustrie Pfeifer wird in Imst 50 Mitarbeiter kündigen. Im Produktionsstandort Lienz der Firmengruppe Liebherr denkt man über Kurzarbeit nach. Auch bei der Südtiroler Fluglinie Air Alps wurden derartige Maßnahmen angekündigt.

"Aufgrund der geringeren Nachfrage unserer Produkte bedingt durch die anhaltende Wirtschaftskrise sind auch wir zu weiteren Maßnahmen, sprich Personalabbau, gezwungen", erklärte Tyrolit-Unternehmenssprecher Christian Koidl am Freitag. Schon im abgelaufenen Jahr habe man rund 50 Leasingarbeiterverträge gekündigt und auf 1.236 Stammpersonal reduziert.

Wie viele Mitarbeiter gekündigt werden sollen, könne man noch nicht sagen. Kurzarbeit sei allerdings kein Thema. "Wir verzeichnen für 2008 ein Umsatzminus von sechs Prozent, was rein auf die Markteinbrüche zurückzuführen ist", führte Koidl an. Trotz allem sei das Unternehmen mit 28 Standorten in 15 Ländern und 4.580 Mitarbeitern ein "solides" und "gut aufgestelltes".

Stellenstreichung

50 Stellen wird die Holzindustrie Pfeifer allein im Standort Imst abbauen. "Es gibt ein großes Überangebot am Markt, der Bau steht. Es war noch nie da, dass alle 60 unserer Exportmärkte gleichzeitig geschrumpft sind", wurde Geschäftsführer Michael Pfeifer in der Freitagsausgabe der "Tiroler Tageszeitung" (TT) zitiert.

Die Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH denkt über Kurzarbeit im Osttiroler Standort mit 1475 Mitarbeitern nach. "Der Auftragsrückgang muss optimal abgefedert werden" erklärte der kaufmännische Geschäftsführer, Andreas Görgl. Vorerst werde man allerdings mit Resturlaubsabbau entgegenwirken und den Zeitausgleich bei den Beschäftigten reduzieren. Nach Gesprächen mit der Gewerkschaft und dem AMS werde eine Entscheidung bekanntgegeben, hieß es.

Zu Medienberichten hinsichtlich einer Kurzarbeit bei der Südtiroler Fluglinie Air Alps war Geschäftsführer Rupert Leitner vorerst nicht erreichbar. Es gebe diesbezüglich keine Auskünfte, ließ er ausrichten. Auf "Südtirol Online" war berichtet worden, dass in einem E-Mail an die Angestellten an "Vorschlägen zur Kurzarbeit für die Belegschaft" gearbeitet werde. Die "Lösungen können derzeit nur in Richtung Reduktion des Personals gehen". (APA)

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