Nur Männer stehen zur Wahl

23. Jänner 2009, 11:42
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Dörfler und Rohr rittern um Platz 1 - Martinz will Finanzreferat - Canori spitzt auf Regierungssitz, Holub auf drittes Mandat

Klagenfurt - Die fünf im Kärntner Landtag vertretenen Parteien setzen beim Urnengang am 1. März allesamt auf männliche Spitzenkandidaten. Landeshauptmann Gerhard Dörfler hofft auf den Amtsbonus, SPÖ-Herausforderer Reinhart Rohr auf einen Kurswechsel und ÖVP-Landesrat Josef Martinz will Finanzreferent werden. Rolf Holub von den Grünen, als einziger schon 2004 Spitzenkandidat seiner Partei, will ein drittes Mandat und FPÖ-Frontmann Mario Canori hofft auf einen Regierungssitz.

Interims-Landeschef

Seit 11. Oktober 2008 ist Gerhard Dörfler (53) amtierender Landeshauptmann von Kärnten. Der BZÖ-Politiker musste nach dem plötzlichen Unfalltod von Jörg Haider einspringen. Am 23. Oktober wurde er vom Landtag als Regierungschef gewählt, am 1. März will er Platz Eins für das BZÖ verteidigen. Seit seinem Einstieg in die Politik im März 2001 hat er sich als umtriebiger, manchmal aktionistischer Landespolitiker erwiesen, der schon auch einmal die Motorsäge selbst zur Hand nimmt, um Bäume umzuschneiden, die einem Verkehrsprojekt im Wege stehen. Zu seinen Hobbys gehört eigenen Angaben zufolge auch das Holzfällen. Dörfler wurde am 29. Mai 1955 in Deutsch-Griffen (Bezirk St. Veit/Glan) geboren. Er ist verheiratet, Vater zweier Töchter und lebt mit seiner Familie in Himmelberg. Dörfler ist ausgebildeter Bankkaufmann, vor seinem Wechsel in die Politik führte er die Schleppe Brauerei in Klagenfurt.

Der Villacher Umweltpolitiker Reinhart Rohr, über viele Jahre in der Kärntner SPÖ verankert und seit Sommer 2008 ihr Chef, will ganz nach oben. Der 49-Jährige hofft auf einen Wahlsieg bei der Landtagswahl am 1. März und auf den Posten des Regierungschefs. Er setzt dabei vor allem auf Sacharbeit. Nach dem überraschenden Rücktritt von Gaby Schaunig als Vorsitzende der Kärntner SPÖ im Juli 2008 musste Rohr blitzartig einspringen. Er holte mit Nicole Cernic und Peter Kaiser zwei Neue in die Landesregierung und wurde am 23. August mit knapp 93 Prozent zum Parteivorsitzenden gewählt. Rohr wurde am 24. Oktober 1959 geboren und wuchs in Stockenboi im Bezirk Villach-Land auf. 1980 trat er der Kärntner SPÖ bei, wo er zuerst bei den SPÖ-Bauern als Landessekretär tätig war. Rohr ist verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter und lebt in Villach.

Kabarettist als Kandidat

Josef Martinz (49) steht seit März 2004 an der Spitze der Kärntner ÖVP. Er gilt als stets freundlich und umgänglich, der gelernte Kommunalpolitiker hat es aber seit dem Desaster bei der Landtagswahl 2004 nicht geschafft, die Landesschwarzen aus dem Wellental herauszuführen. Martinz will diesmal "stärker werden", er hat allerdings auch nicht viel mehr als elf Prozent der Stimmen zu verteidigen. Kritiker werfen ihm zu große Nähe zum BZÖ vor. Er selbst will sich bezüglich eines Koalitionspartners nicht festlegen. Martinz wurde am 14. Februar 1959 geboren, er studierte Betriebswirtschaft und ist Unternehmer in Ossiach, wo er 1997 Bürgermeister wurde. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Der Spitzenkandidat der Grünen für die Kärntner Landtagswahl am 1. März 2009 ist zwar inzwischen ein etablierter Politiker, das Image des bunten Vogels hat er aber behalten. Rolf Holub (52) ist im Brotberuf Kabarettist, Musiker und Schauspieler. Der Klagenfurter mit dem ausgeprägten Hang zum gepflegten Blödeln hat sein Versprechen, frischen Wind in die Politik zu bringen, jedenfalls eingelöst. Gleichzeitig hat er sich den Ruf eines fleißigen Mandatars erworben, der nicht nur mit flotten Sprüchen, sondern auch mit engagierter Sachpolitik punktet. Rolf Holub wurde 1956 in Klagenfurt geboren. Er war als Musiker und Kabarettist tätig, 2002 stieg er in die Politik ein. Im Mai 2003 wurde er Landessprecher der Grünen und schaffte 2004 erstmals den Einzug ins Landesparlament. Dort versucht er sich mit seiner Parteikollegin Barbara Lesjak als Opposition zu profilieren.

Mario Canori (44) wechselte knapp vor Weihnachten 2008 vom BZÖ zur FPÖ und geht als Spitzenkandidat der Blauen in die Wahl. Der Unternehmer war bei Spar Österreich tätig und Geschäftsführer bei Migro Österreich sowie bei Hornbach Österreich und Osteuropa. Ab 1997 führte er die Firma Calzedonia Intimissimi in Österreich, vor einigen Monaten verkaufte er seine Anteile an den Mutterkonzern. Canori stieg 1991 als Gemeinderat in Klagenfurt in die Politik ein, von 2001 bis 2006 war er Vizebürgermeister. Der am 15. März 1964 in Klagenfurt geborene Canori ist verheiratet und Vater dreier Töchter. Jörg Haider lernte er über seine Frau kennen, er wechselte auch mit ihm 2005 zum BZÖ. Inzwischen wahlkämpft er für die Blauen und ist auch noch Präsident des Fußballvereins SK Austria Kärnten. (APA)

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