Prozess startet am 16. März

23. Jänner 2009, 11:17
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Josef F.s Tochter und deren Kinder könnten für die Dauer der Verhandlung zu ihrem Schutz in die Klinik zurück

St. Pölten - Der Prozess gegen Josef F., der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Verlies in Amstetten eingesperrt und sexuell missbraucht haben soll, wird am 16. März am Landesgericht St. Pölten beginnen. Diesen Termin hat das Gericht bestätigt. Weitere Details zu der voraussichtlich fünftägigen, großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Verhandlung werden am Freitag bekannt gegeben.

Die Opfer im Inzest-Fall könnten für die Dauer des Prozesses gegen den Tatverdächtigen wieder ins Krankenhaus Amstetten-Mauer zurückkehren. Es gebe ein entsprechendes Angebot der Landeskliniken-Holding, so Opferanwalt Christoph Herbst zur APA am Freitag. Laut "Kurier" soll für die 42-jährige Tochter von Josef F. und die sechs Kinder "kein Risiko" eingegangen werden, "ein dichtes Sicherheitsnetz" soll sie in der Zeit der Gerichtsverhandlung schützen

Lebenslange Haft möglich

Der unglaubliche Inzest-Fall um den damals 73-Jährigen war am 27. April 2008 bekannt geworden. Der Mann soll seine Tochter mehr als zwei Jahrzehnte gefangen gehalten haben. In diesem Zeitraum dürfte er mit der heute 42-Jährigen sieben Kinder gezeugt haben. Eines soll 1996 drei Tage nach der Geburt gestorben sein, der Kindsvater soll es in einem Heizofen verbrannt haben. Die rechtskräftige Anklageschrift legt Josef F. Mord, Sklavenhandel, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung und Blutschande zur Last. Im Fall eines anklagekonformen Schuldspruchs droht ihm lebenslange Haft. (APA)

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