Wahllose Angriffe auf Zivilisten

25. Jänner 2009, 19:31
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Menschenrechtsorganisation: Russland und Georgien haben Kriegsverbrechen begangen

New York - Sowohl russische als auch georgische Truppen haben während der Kämpfe in Südossetien laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Kriegsverbrechen begangen. Beide Seiten seien für "zahllose" tote und verletzte Zivilisten sowie die Zerstörung ziviler Gebäude verantwortlich, heißt es in dem Bericht. "Der Krieg in Südossetien war schon nach einer Woche beendet, doch er wird noch für Generationen verheerende Auswirkungen in der Zivilbevölkerung haben", erklärte Rachel Denber aus der Europa- und Zentralasien-Abteilung von HRW in New York.

"Wahllose und unverhältnismäßige Artillerieangriffe"

Die Ermittlungen von Human Rights Watch ergaben, "wahllose und unverhältnismäßige Artillerieangriffe" der georgischen Armee auf Südossetien. Ähnlich wahllos seien auch die russischen Truppen in Südossetien vorgegangen. Sowohl russische als auch georgische Truppen setzten dem Bericht zufolge die international geächteten Streubomben ein, durch die Zivilisten getötet wurden. "Sowohl Georgien als auch Russland sollen unabhängige und gründliche Untersuchungen der Misshandlungen durch ihre Truppen veranlassen", forderte Denber.

Der Kaukasus-Krieg hatte am 8. August begonnen. Nachdem Georgiens Armee versuchte, die Kontrolle über Südossetien zu gewinnen, marschierten russische Truppen ein. Beide Seiten stimmten schließlich einem von der Europäischen Union vermittelten Waffenstillstand zu. Ihr Verhältnis bleibt aber weiter angespannt, zumal Russland weiterhin 7600 Soldaten in Südossetien und Abchasien stationiert hat. (APA/dpa/AFP)

 

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