WestLB will weitere Vermögenswerte auslagern

23. Jänner 2009, 09:49
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Laut "Handelsblatt" ist die Gründung einer "Konsolidierungsbank" geplant

Frankfurt - Die angeschlagene WestLB will Berichten zufolge weitere Vermögenswerte auslagern. Wie das "Handelsblatt" aus dem Eigentümerkreis erfuhr, soll die Bank über die Gründung einer neuen Gesellschaft aufgespalten werden. In diese zweite Bank mit dem Arbeitstitel "Konsolidierungsbank" kommen dem Bericht zufolge alle Vermögensteile, die künftig nicht mehr zum Kerngeschäft zählen. Dabei handle es sich auch um risikoreiche Wertpapierbestände im Volumen von gut 80 Mrd. Euro.

Auch die "Financial Times Deutschland" berichtet von solchen Plänen und beziffert das Volumen unter Berufung auf Eignerkreise auf eine Summe zwischen 70 und 100 Mrd. Euro. Ein WestLB-Sprecher sagte am Donnerstagabend, das Institut befinde sich "in Überlegungen, die Landesbankenkonsolidierung durch die Herauslösung nicht-stragegiekonformer Vermögensteile weiter voranzutreiben". Hierzu befinde sie sich in Gesprächen mit den Eigentümern. Daher seien Einzelheiten möglicher Strukturen noch in der Diskussion.

Wie das "Handelsblatt" weiter schreibt, verbleiben in der alten WestLB nur die Geschäftsbereiche Kapitalmarkt, Mittelstandsfinanzierung und das Firmenkundengeschäft. Als "Fusionsbank" solle sie dann Kurs nehmen auf eine Zusammenlegung mit der Dekabank und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Eigentümer der WestLB wollten in Kürze den Kontakt zum staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin suchen. Der Plan solle in der Aufsichtsratssitzung der WestLB am 6. Februar diskutiert werden. Knackpunkt der neuen Konstruktion sei die Finanzierung und Kapitalausstattung für die abgespaltene neue Bank.

Unterdessen könnte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nach einem Zeitungsbericht unter Umständen mehr zusätzliches Eigenkapital benötigen. "Womöglich werden es mehr werden als die fünf Milliarden Euro", sagte der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) den "Stuttgarter Nachrichten". Wichtig sei, dass es keinen Nachschlag gebe. Ein LBBW-Sprecher sagte dagegen, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die 5 Mrd. Euro nicht ausreichten. (APA/AP)

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