Polnischer Ex-Minister verteidigt Fall von Selbstjustiz

22. Jänner 2009, 20:11
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Zbigniew Ziobro protestiert gegen die Verurteilung von drei Männern, die in einem Dorf in den Masuren Selbstjustiz geübt hatten

Warschau - Während ein Streit über das Verbot künstlicher Befruchtung die größte polnische Oppositionspartei PiS ("Recht und Gerechtigkeit") zu spalten droht, engagiert sich das PiS-Mitglied Zbigniew Ziobro, der gleichzeitig der frühere Verteidigungsminister Polens ist, in einer ganz anderen Sache. Er protestiert gegen die Verurteilung von drei Männern, die in einem Dorf in den Masuren Selbstjustiz geübt hatten.

"In dieser Sache ist der Staat schuldig, der es einem mehrfach Rückfälligen und 33-mal für schwere Verbrechen Verurteilten erlaubte, die Nachbarn zu terrorisieren", sagte Ziobro laut Zeitung Rzeczpospolita (Donnerstagsausgabe). Falls die Justiz das vergangene Woche gefällte Urteil von vier Jahren Haft gegen die drei Dorfbewohner in zweiter Instanz bestätige, werde er persönlich um Gnade ansuchen, sagte Ziobro.

Der mehrfach Verurteilte Jozef C. war 2005 nach Wlodowa zurückgekehrt und soll die Bewohner geschlagen und bedroht haben. Am Tag des Verbrechens traf die Polizei nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung stundenlang nicht ein. Sieben Männer erschlugen C. schließlich. Zwei Polizisten, die nicht auf Hilferufe reagiert hatten, wurden 2006 zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

Details im Sexskandal

Am Donnerstag wurden auch Details über Vorwürfe gegen Ex-Vizepremier Andrzej Lepper und einen seiner Kollegen der Sambroona-Partei bekannt. Seit Ende 2006 gibt es Anschuldigungen, wonach sie Frauen zu Sex genötigt hätten. Eine der Frauen soll nun ausgesagt haben, dass Lepper sie auch geschlagen haben soll. (APA, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Jänner 2009)

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