Obama, Sinatra, Astaire

22. Jänner 2009, 19:20
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Der neue US-Präsident nahm in seiner Antrittsrede Anleihen bei zwei Titanen der Populärkultur

Die Exegeten von Präsident Obamas Inaugurationsrede sind sich einig: Es war eine elegante Rede, eine gut formulierte Rede, eine eindrucksvolle Rede - aber ohne "Instant-Klassiker" wie Kennedys "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann ..." oder Roosevelts "Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst". Macht nichts.

Obama hat dafür eben bei zwei amerikanischen Titanen der Populärkultur geborgt. Ein Schlüsselsatz lautete: "Starting today, we must pick ourselves up, dust ourselves off, and begin again the work of remaking America". That's the spirit! So sagte es schon Frank Sinatra 1966: "Each time I find myself flat on my face, I pick myself up and get back in the race" ("That's Life") oder, historisch noch bedeutungsvoller, Fred Astaire im Krisenjahr 1936 ("Pick yourself up, dust yourself off, start all over again").

Das Aufrappeln, Sich-Abstauben und In-unbeirrtem- Optimismus-Weitermachen, wenn man auf die Nase gefallen ist, gehört ja zum amerikanischen Nationalcharakter. Cool, mag sich Obama gedacht haben, das nehme ich vorläufig als Themensong - bis es hoffentlich heißt: "Happy days are here again!" (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2009)

 

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