Standpunkte zu "Homoehe" unverändert

22. Jänner 2009, 19:25
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SPÖ und ÖVP streben eigenes Rechtsinstitut an - BZÖ auch gegen Öffnung der Ehe: "Frage der Ethik"

Wien  - Unveränderte Standpunkte zur Frage der rechtlichen Regelung für homosexuelle Partnerschaften zeigten sich Donnerstag in einer Debatte im Nationalrat zu Grünen Anträgen, die u.a. auf die Öffnung der Ehe abzielten. Dies lehnten ÖVP und BZÖ vehement ab. SPÖ und ÖVP bekräftigten die - im Regierungsprogramm enthaltene - Absicht, ein eigenes Rechtsinstitut zu schaffen. Die FPÖ íst gegen jede Neuregelung.

Die Grüne EU-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek appellierte an die anderen Parteien, auch homosexuellen Menschen die Möglichkeit zu geben, Verantwortung füreinander zu übernehmen - und eine Hochzeit zu feiern. "Die Lesben und Schwulen hätten es sich verdient", meinte SPÖ-Abg. Sonja Ablinger. Sie betonte aber auch, dass die SPÖ für die Eingetragene Partnerschaft eintritt.

"Zeugung und Erziehung von Kindern"

ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer verwies darauf, dass laut Regierungsprogramm eine Arbeitsgruppe eingesetzt wird - und versicherte, dass es ein eigenes Rechtsinstitut für homosexuelle Partnerschaften geben wird. Die Ehe zu öffnen komme für die ÖVP aber auf keinen Fall in Frage, denn in der Ehe gehe es "um die Zeugung und Erziehung von Kindern".

Auch BZÖ-Abg. Stefan Petzner wandte sich strikt gegen die Öffnung der Ehe. Dies sei "eine Frage der Ethik". Denn die Ehe sei "auch ein kirchlicher Begriff". "Ethisch nicht verantwortbar" wäre es, Homosexuellen die Adoption zu erlauben. Überhaupt hätten Homosexuelle kein großes Interesse an diesem Thema: "Denn wer sich liebt, der liebt sich, da braucht man keine Paragrafen dazu." Petzner plädierte aber für die Gleichstellung in Bereichen wie Miet- und Erbrecht oder Schenkungssteuer. (APA)

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