590 Zeitzeugen berichten von ihrer NS-Zwangsarbeit

25. Jänner 2009, 13:53
posten

Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" stellte Online-Archiv mit Interviews aus der Zeit von 1939 bis 1945 vor

Berlin - Wissenschaftler und Studenten können seit dieser Woche in einem neuen digitalen Archiv zum Thema Zwangsarbeit in Nazi-Deutschland recherchieren. Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" stellte das entsprechende Online-Archiv in Berlin vor. Es soll zur Erinnerung an die zwölf Millionen Menschen beitragen, die von 1939 bis 1945 Zwangsarbeit leisten mussten.

Wie Stiftungsvorstand Günter Saathoff sagte, enthält das Archiv Berichte von 590 Zeitzeugen aus 26 Ländern. Sie erzählten ihre Lebensgeschichte in 398 Audio- und 192 Video-Interviews. "Viele Überlebende aus Mittel- und Osteuropa haben in den nun vorliegenden Interviews erstmals über das Erlittene und die oftmals schwere Zeit nach 1945 berichtet," sagte Saathoff. Das Archiv enthält Beiträge von jüdischen und nichtjüdischen KZ-Häftlingen, von Sinti und Roma, von Zwangsarbeitern, die im Bergbau, der Industrie oder der Landwirtschaft arbeiten mussten, von italienischen Militärinternierten und sowjetischen Kriegsgefangenen.

Erlebte Geschichte

Das Archiv wird unter anderem von einem wissenschaftlichen Team der Freien Universität Berlin begleitet. "Gerade autobiografisches Material, das nicht nur in Textform vorliegt, besitzt ein großes didaktisches Potenzial und eröffnet für die junge Generation neue Wege des Verstehens. Nichts kann eine Epoche oder ein historisches Ereignis eindringlicher dokumentieren als eine persönliche Schilderung der erlebten Geschichte", erklärte die Erste Vizepräsidentin der Freien Universität, Ursula Lehmkuhl. (APA/AP)

Link
+ Online-Archive: Zwangsarbeit 1939-1945

Share if you care.