Zehn bis 15 Anklagen möglich

22. Jänner 2009, 15:03
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150 Österreicher stehen in Verdacht, durch Liechtensteiner Stiftungen Steuern in Österreich hinterzogen zu haben

Wien - Im Zuge der Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung könnte es in Österreich zu 10 bis 15 Anklagen kommen. Wie viele es genau sein werden, hänge von den noch laufenden Betriebsprüfungen ab, sagte der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Klaus Hübner, am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio.

Wie berichtet stehen rund 150 Österreicher im Zusammenhang mit der Liechtensteiner Steuer-Affäre in Verdacht, durch Liechtensteiner Stiftungen Steuern in Österreich hinterzogen zu haben. Er, Hübner, wisse von 99 Selbstanzeigen. In diesen und den anderen Fällen fänden derzeit Betriebsprüfungen seitens der Finanzbehörde statt.

Nachzahlung statt Strafverfolgung

Wer Steuern hinterzogen und sich selbst angezeigt hat, muss zwar die Steuern nachzahlen, entgeht aber einer Strafverfolgung. Von jenen rund 50 österreichischen Stiftern, die sich nicht selbst angezeigt haben, dürften die einen ihrer Steuerpflicht ganz legal nachgekommen sein, bei den anderen werde genauer geprüft. In einzelnen Fällen soll es auch routinemäßige Hausdurchsuchungen gegeben haben, so Hübner.

In wie vielen Fällen es zur Anklage kommen werde, könne er nicht sagen, so Hübner, zuerst müssten die Betriebsprüfungen abgeschlossen werden und das könne noch ein halbes Jahr dauern. Branchenintern werde mit 10 bis 15 Anklagen gerechnet. Insgesamt könnten bis zu 100 Mio. Euro an Steuern über Liechtensteiner Stiftungen hinterzogen worden sein, der Präsident der Wirtschaftstreuhänder sieht das als "Spekulation".

Im Fall der Verurteilung sei mit empfindlichen Geldstrafen zu rechnen, möglich seien Strafen, die dreimal so hoch sind wie die hinterzogenen Steuern, so Hübner. In der Regel bewege sich der Strafrahmen bei rund 40 Prozent der Steuerschuld, so Hübner, in gravierenden Einzelfällen könnte es aber auch zu Freiheitsstrafen kommen. (APA)

 

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