Ein Theaterskandal für "Heuchler"

22. Jänner 2009, 14:15
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    Hubsi Kramar bei der Pressekonferenz

3raum-Theater: Regisseur Hubsi Kramar wehrt sich gegen Hetzangriffe wegen seines Stücks "Pension F."

Wien - Hubsi Kramars neues, für Ende Februar zur Uraufführung im 3raum-Theater geplantes Stück erregt dieser Tage unerwartete Aufmerksamkeit. Dabei ist es noch nicht einmal geschrieben. Der Titel des Stückes Pension F. (aus medienrechtlichen Gründen schreibt der Standard den Nachnamen nicht aus) reichte der Wiener FP, dem Gratisblatt Heute und der Kronen Zeitung für eine aufgebrachte Kampagne: FP-Kultursprecher Gerald Ebinger, Michael Jeannée und Leserbriefschreiber forderten nicht nur Subventionsrückzahlung, sondern sogar "Geldbuße" und Gefängnisstrafe für den "Ekel-Mimen" Kramar.

Wer seine Arbeit kenne, wisse, dass Kramar mit Pension F. eine Mediensatire plane, sagte der Theaterleiter am Donnerstag, sprach von "Heuchlern" und rief in Erinnerung, dass er mehrfach mit Missbrauchsopfern gearbeitet hat und "deren Würde achtet". Es war nie vorgesehen, in Pension F. die Familie F. des Amstettener Inzestfalles auftreten zu lassen, Kramar wolle vielmehr "die F.s in uns Österreichern sichtbar machen".

Zu seiner Verteidigungs-Pressekonferenz lud Kramar mit Yasmin Randall auch eine Psychotherapeutin, die den Missbrauch der Opfer des Falls mit dem Abdruck von Fotos und "pornografisierender" Berichterstattung durch ebenjene Medien beschrieb, die nun gegen Kramar kampagnisieren. Kramar gegenüber den Journalisten zu seiner Arbeit: "Sie sind die Schriftsteller dieses Stückes. Ich mache selbstverständlich keine 'Inzestkomödie'." Ihm geht es in Pension F. um das Thema Inzest und Gewalt in der Familie und den Umgang der Massenmedien damit.

Nach den erwähnten Angriffen sieht sich Kramar, der seine Theaterpläne in der Folge sogar der Polizei berichten musste, als "kleine Marionette im Wahlkampf der FPÖ". Und: "Das F.-Monster Österreichs ist diese Dichand-Abteilung." Das Theaterprojekt habe nun aber schon längst begonnen: "Das hier ist das erste Volkstheater, wo das Volk das Stück wirklich selbst schreibt. Das Stück hat heute bereits stattgefunden." (Isabella Hager / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.1.2009)

"Pension F.....". Eine Keller-Soap. Regie: Hubsi Kramar, Premiere am Mo, 23. Februar, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen am 25., 26., 27., und 28. Februar

Information und Karten unter www.3raum.or.at

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Gerald Hutterer   
31.01.2009 13:03
es fröstelt mich

wenn ich lese, dass Kramar seine Theaterpläne der Polizei berichten musste.

Das Stück hat in der Tat schon stattgefunden und es heißt: "Terror der Tugend".

Wer nicht mit den Schafen blökt, muss beobachtet, einvernommen, kontrolliert, observiert und letztendlich interniert werden....

Quasis Herr Karl Infos zum Powerposten | 
28.01.2009 16:49
Na, die FPÖ und der Schamäh haben es notwendig.

Das Stück existiert noch gar nicht, aber schon wird nach Haft und Zensur gekreischt. Erinnert mich stark an 1988, Burg. Spendiert wieder wer einen Traktor und eine Ladung Stallmist?

echtzeit2
25.01.2009 20:00
Kramer spricht von Medien-Satiere und so mancher Massenblattler mixt daraus eine Inzestkomödie

Was würden die wohl, für ein Originalfoto von der Tat bezahlen, natürlich nur um der journalistischen Sorgfaltspflicht nach zu kommen.
Kramar hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. Das mag dem einem oder anderen oberflächlich als Werbegag in eigener Sache erscheinen, aber unterm Strich ist Hubert Kramar ein radikaler "Theatermacher", welcher sich mit seinen Stücken die er meistens auch selbst schreibt, in den Grenzbereichen der Gesellschaft tummeln. Nur die Wirklichkeit kann ihn da noch übertreffen ...

Kein Wunder, wenn das für den Rechten Dreck, ohne das Stück noch zu kennen, ein Vorwand für üble Menschen verachtende Propaganda.

Dagegen hilft nur Solidarität mit allen KünstlerInnen.

.

trotzdem
24.01.2009 14:16
Medienrechtliche Gründe?

Aus "medienrechtlichen Gründen" schreibt der Standard den Namen nicht aus, wobei die mediengeschürte Aufregung wegen des Namens entstanden ist. Hat der Standard da das Medienrecht nicht ein bisschen überinterpretiert?

RechteSindWieLuftballons-PPFFFFffffff
23.01.2009 16:11
Der Hubsi ist einer der genialsten Menschen Österreichs

Er schafft es immer wieder unter einer Gruppe von Menschen als Verrückter da zu stehen obwohl er als Einziger nachvollziehbare Argumente hat . Dh er ist eigentlich der einzig Normale

Fiona Freitag
24.01.2009 02:27

Stimme zu! :) Er ist fantastisch!

Saskia Fabian 
23.01.2009 15:46
Super Hubsi - weitermachen!

Kongenialer Zufall das F...

Melodiva 
23.01.2009 12:53
SUPER!

na, da werd ich gleich karten bestellen...

hubsi kramar ist sowieso ein ganz superner

krendl
23.01.2009 12:48
Man glaubt es nicht,

wie heuchlerisch manche Leut unterwegs sind. Erst überall wegschauen, dann gierig hingucken, und wenn einer das Thema von einer anderen Perspektive betrachten möchte, dann schreien sie wieder "Skandaaaaaaaal" und "weg damit!". Und das merkwürdigste: Die Leut regen sich nicht _nach_ Besuch des fertigen Stückes auf, sondern schon davor, wo sie noch garnix darüber wissen. Echt abenteuerlich.

Dr. Bitter
23.01.2009 12:41
So ein Theater

Welch Aufregung!
Wenn sich einige Leute, die sich jetzt aufregen, ohne auch nur irgendetwas über das Stück zu wissen, dann das Stück informations- oder protesthalber dann auch ansehen, wird es ein Bombenerfolg.
In diesem Sinne, toi toi toi und weiterfritzeln.


Der Boss der Bosse
23.01.2009 11:26
Na da haben sich zwei gefunden.

Auf der einen Seite Jeannée, auf der anderen Seite Kramar.
Der Briefschreiber war bei "Wir sind Kaiser" eingeladen. Jeannées Versuche, witzig oder interessant zu sein, versandeten in Peinlichkeit. Der Schauspieler war im "Club 2" zum Thema "Opernball" eingeladen. Kramars Attacken gegen Dita von Teese waren lächerlich und bemerkenswert spießig.
Sorry, aber ernst nehmen kann ich beide schon seit langem nicht mehr. Wenn es im österreichischen TV eine Dschungel-Show gäbe - dort könnte ich sie mir vorstellen.

Josef Herrmann
23.01.2009 07:30
hubsi in die regierung

die punktet auch mit vollmundigen ankündigungen, von denen keiner wirklich weiss, was dahinter steckt.
da haben die heuchler wieder einmal was zum kreischen.

cooper the Bloom 
23.01.2009 01:20
Wieso fällt Hubsi Kramar nie mit Qualität auf?

Sondern nur mit aktionistischen pseudo-politisch korrekten Medienspektakeln? Ist das Kunst? Ist das Politik? Ist das Verzweiflung? Wenn ja, worüber?

trotzdem
24.01.2009 02:15

Vielleicht weil er nicht ins spießige kleinkarierte politische Konzept passt? Und weil man von ihm nur berichtet, wenn man ihn diffamieren und sich über ihn die "Goschn z'reissn" kann?

krendl
23.01.2009 12:50
Und wer definiert jetzt "Qualität"?

Sie? Die Zeitungskritiker? Die Kulturpolitiker? Die Mitzi-Tant von der 7er Stiege? Und alle sind sich einig? Na dann.

cooper the Bloom 
23.01.2009 15:33
Halten Sie Qualität für so undefinierbar?

Qualität am Theater ist es nicht - und nicht zu verwechseln mit persönlichem Geschmack!

baby jane hudson
23.01.2009 09:48
er will sich in szene setzen - wie immer halt

das ist auch sein gutes recht - nur in diesem fall etwas unappetitlich.

gerade eben ist er bei 88.6 zu gast und verzapft stuss von doppelmoral und heuchlerei, wobei er nicht checkt, dass er diese familie ebenso missbraucht - nämlich dafür, dass wieder über ihn geredet wird.



trotzdem
24.01.2009 02:21

oh, se wissen schon genau worum es geht?

Wechseln wir das Thema:
Man kann z.B. in einem Film Krieg und Gewalt verherrlichen, aber auch das selbe Thema für einen Antikriegsfilm verwenden.

Würden sie da auch beide gleich werten?

cooper the Bloom 
23.01.2009 15:39
Genau das passiert Hubsi Kramar eben allzu oft!

Mit Obdachlosen, Neonazis, Verbrechensopfer... alles muß herhalten, wenn es Öffentlichkeit bringt. Ob es eine seriöse Auseinandersetzung mit einem Thema ist, fragt dann niemand mehr - aber ohne eine echte Auseinandersetzung kann das Theater gesellschaftlich nichts bewirken, nur eben die "Marke" Kramar bekannt machen - und die vermeintlich aufgezeigten Mißstände schlagen ins andere Extrem aus... Da ist er nicht raffiniert genug...

Queen of Sheba 
23.01.2009 00:21
"Herzlichen Dank, Herr Kramar, für die Füllung der Lücke bis zum Prozess !"

Die Geifermedien.

Sabellicus
22.01.2009 23:34
Das Aufbäumen eines fast (zu Recht) vergessenen Spät-68ers...

Es wäre mit der Zeit ruhig um Hubsi Kramar und seine Bühne(n) geworden,hätte er nicht bewiesen,dass er den Finger am Puls der Zeit hat.Dank der bewussten Koketterie mit der Reaktion von berechenbaren Gratis-und Pay-Meinungsbildnern,konnte er sich wieder von Wald4tler-Hoftheatern auf die Titelseite holen.
Auch wenn es grauslich ist, das verdient Respekt.
Aufgrund der historischen Amnesie ist es ihm zudem möglich,den genialen Karl Krauss vor seinen Karren zu spannen,da er 1er war,der meinte,Die letzten Tage der Menschheit hätte das Volk geschrieben.
Vielleicht wäre es gut gewesen,Kramar und seine WegGenossen zu vergessen,aber es ist ihm gelungen,mit uralten Mitteln zu Lasten der Opfer zu provozieren.Und F''s Traum ist wahr,er ist Star!

bad but beautiful carl
23.01.2009 11:28

"Karl Krauss" (sic!)

Sabellicus
23.01.2009 16:24
Danke!

Ich habe schon drei Hauptsätze mit "Karl Kraus" in mein Hausübungsheft als Verbesserung geschrieben.

Vertippen Sie sich eigentlich nie?

William Wallace1
22.01.2009 21:18
So gut, soooooooo gut, der Herr Kramar, ein soooo guter Mensch

Wirklich: Nicht seine überschaubar erfolgreiche Bühne liegt ihm am Herzen. Nicht, dass er Geld verdienen will. Nein: Er will nur gegen diese ganz, ganz bösen Medien vorgehen, die nur das Böseste planen. Zum Glück hat er schon Polizeischutz erhalten. Bei ihm - einem so wichtigen und anerkannten Hitler-Interpreten - war das unserer Exekutive ja schnell möglich. Pech für den Tschetschenen, der eben in Floridsdorf erschossen worden ist: Er war ja nur Kronzeuge beim Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Regime in Tschetschenien. Also: KEIN Polizeischutz. Hätte er doch nur ein F.-Stück inszeniert oder zumindest irgendwo vor Zuschauer auf eine Wiener Bühne geka . . . . (zensuriert) oder gepi . . . (zensuriert) - er könnte noch leben.

trotzdem
24.01.2009 02:26

Sie heißen sicher mit Vornamen Fritz(l)

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