Currywurst: Scharfe 50

25. Jänner 2009, 16:00
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1959 hat Herta Heuwer in Berlin die Currywurstsauce zum Patent angemeldet

Berlin - Die Variationen der Currywurst sind beinahe so unterschiedlich wie die Mythen, die um sie kreisen - zumindest, wenn es um die Erfindung der beliebten Currysauce geht: Vor 50 Jahren meldete die Berlinerin Herta Heuwer ihre Currywurstsauce zum Patent an. Sie konnte damals wohl nicht ahnen, dass sich die Kreation aus Berliner Dampfwurst und ihrer Currysauce zu einem Kultobjekt entwickeln würde. 

Herta Heuwer, Mutter der Currywurst

Am 4. September 1949 soll Herta Heuwer die Sauce gemischt haben. "Aus Langeweile" so heißt es auf einer der zahlreichen Webseiten, die sich mit der Berliner Currywurst beschäftigen. Die Idee dazu entstand, wie so viele Erfindungen, eher zufällig. Nach dem Krieg war Berlin von den alliierten Siegermächten besetzt. Herta Heuwers Mann soll Kontakt zur US-Army gehabt haben und wollte die Essgewohnheiten der Amerikaner in Berlin einführen - das Steak mit Ketchup galt als Vorbild.

Nur gab es nach dem Krieg weder Steaks noch Ketchup in Berlin. Herta Heuwer mischte also Tomatenmark, Currypulver und ein paar andere Gewürze zu einer Currysauce. Zehn Jahre später, am 21. Januar 1959, meldete sie das Rezept zum Patent an. Die ehemalige Imbissbuden-Betreiberin ist 1999 im Alter von 86 Jahren gestorben.

Eine andere Geschichte erzählt der Autor Uwe Timm. Die Currywurst hat bei ihm solch bleibende Erinnerungen hinterlassen, dass er 1993 die Novelle "Die Entdeckung der Currywurst" veröffentlichte. Die Hauptfigur der Novelle, Lena Brücker, sei zwar erfunden, nicht aber die Tatsache, das Timm angeblich schon 1947 in Hamburg Currywurst gegessen hat - also zwei Jahre vor Herta Heuwers Erfindung und rund 280 Kilometer nördlich von Berlin.

Tausende Rezepte

Die klassische Currywurst ist eine Brühwurst mit oder ohne Darm. Serviert wird sie in einzelnen Stücken mit viel Sauce und Currypulver - wahlweise auch scharf mit Cayenne-Pfeffer oder Chilli. Die bekannten Currybuden haben ein eigenes Rezept für die Sauce, dessen genaue Mischungsverhältnisse streng geheim bleiben sollen. 

Auf die Begriffe "Currywurst" und "Rezept" zeigt Google rund 209.000 Einträge an, das zeigt die Bandbreite möglicher Variationen auf. Als Basis dienen meist passierte Tomaten, Tomatenmark und Worcestershire Sauce. (red)

 

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    Seit den 1940er Jahren ein beliebter Schnellimbiss bei den deutschen Nachbarn: Die Berliner Currywurst

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