Annäherung zwischen Premier und Schiiten-Prediger Al-Sadr

23. Jänner 2009, 09:50
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Regionalkomitees von Parteien befassen sich mit Misshandlungsvorwürfen

Bagdad - Die Bewegung des radikalen irakischen Schiiten-Predigers Muktada (Moqtada) al-Sadr will sich mit der schiitischen Dawa-Partei von Ministerpräsident Nuri al-Maliki versöhnen. Baha al-Araji, ein Abgeordneter der Sadr-Bewegung, sagte der Tageszeitung "Al-Sabah Al-Jadid": "Eine Delegation der Sadr-Fraktion hat Maliki getroffen und mit ihm über die ungerechte Art und Weise gesprochen, wie Angehörige unserer Bewegung von den Behörden behandelt werden." Das Gespräch habe sich unter anderem um die Misshandlung von Gefangenen gedreht.

Maliki und die Delegation hätten sich darauf geeinigt, in mehreren Provinzen Komitees einzurichten, die sich mit diesen Fällen befassen sollten. Ein erstes Treffen in der Pilgerstadt Kerbala (Kerbela) fand seinen Angaben zufolge bereits statt. Der Abgeordnete betonte jedoch, die Annäherung habe nichts mit den Provinzratswahlen am 31. Jänner zu tun. Ähnliche Komitees hatte die Sadr-Bewegung in den vergangenen Wochen auch mit der dritten großen Schiiten-Partei, dem Hohen Islamischen Rat im Irak (SICI), gebildet.

Premier Maliki hatte die Miliz der Sadr-Bewegung, die Mahdi-Armee (Mehdi-Armee), zuletzt im März 2008 mit Unterstützung der US-Armee angegriffen. Die Offensive konzentrierte sich vorwiegend auf die Stadt Basra und den Bagdader Vorort Sadr-City. Nach dem Ende der Offensive rief Sadr im Mai vergangenen Jahres erneut eine Waffenruhe aus. (APA/dpa)

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