Peter Persidis 1947-2009

22. Jänner 2009, 09:51
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Der "zweite Mann" des österreichischen Fußballs erlag einem Krebsleiden - Größte Erfolge feierte er mit Olympiakos Piräus und Rapid

Wien - "Es kann nicht nur Leute geben, die in die erste Reihe drängen. Manche Menschen machen sich wichtiger, andere können das nicht. Also bin ich im zweiten Glied. Ich habe kein Problem damit." Peter Persidis hat das im vergangenen Mai kurz vor der EURO gesagt. Dem Standard gab der Assistent von Teamchef Josef Hickersberger ein ausführliches Interview. Er hat sich sehr gefreut, gefragt zu werden. "Anscheinend bin ich doch interessant, danke."

Persidis wurde am 8. März 1947 in Wien-Döbling geboren. Sein Vater war Grieche, deshalb wurde das Kind auch Dimitri getauft. Beim Nußdorfer AC hat er mit dem Kicken begonnen, die Vienna wurde auf den talentierten Buben, der einen eleganten Libero gab, aufmerksam. Peter/Dimitri blieb im Bezirk. Bis 1971. Da für die Familie auch Athen ziemlich nahe war, wechselte er zu Olympiakos Piräus. In Griechenland war er meist Erster, nämlich dreimal Meister. 1976 hat Rapid zugegriffen. 1982, im letzten Jahr seiner aktiven Karriere, wurde er noch österreichischer Meister. Gemeinsam mit Hickersberger, auch der ließ danach das Kicken sein. Persidis kam auf sieben Länderspiele, debütierte 1976 gegen Griechenland. Mehr Einsätze waren nicht möglich, auf seiner Position war Bruno Pezzey gesetzt. Im Team ist er tatsächlich Zweiter gewesen. Gemurrt hat er nie.

Als Trainer blieb er im Hintergrund, und das mit Unterbrechungen bei Rapid. U21, Assistent von Heribert Weber und von Ernst Dokupil. Nur drei Wochen lang durfte er Chef sein. Dann hat man sich Lothar Matthäus eingebildet.

Diesen Irrtum nützte Hickersberger aus. Als er 2002 zum Trainer von Rapid bestellt wurde, nahm er sich den loyalen Persidis zur Seite. Gemeinsam wurden sie 2005 Meister, gemeinsam schafften sie es in die Champions League, gemeinsam gingen sie im Jänner 2006 zum ÖFB. Gemeinsam nahmen sie an der EUR0 teil. Weil danach Hickersberger gegangen ist, musste auch Persidis gehen. Nicht weit weg, zum U19-Team.

Im Herbst 2008 die Diagnose: Magenkrebs der aggressiven Art. Auch seine Eltern litten an dieser Krankheit. Am Mittwochabend ist er im Wiener AKH gestorben. Peter Persidis wurde nicht einmal 62 Jahre alt. Der ÖFB gedenkt seiner am 11. Februar mit einer Trauerminute vor dem Match gegen Schweden in Graz. (hac, DER STANDARD Printausgabe 23.01.2009)

 

Peter PERSIDIS (61 Jahre):
Geboren am 8. März 1947 in Wien
Verstorben am 21. Jänner 2009 in Wien
Familie: geschieden, 2 Kinder

Laufbahn als Trainer:
1984-1987: U21-Trainer Rapid (u.a. mit Herzog, Schöttel)
1998-2001: Co-Trainer Rapid unter Heribert Weber, Ernst Dokupil
13. August-5. September 2001: Trainer Rapid (interimistisch)
2002-2005: Co-Trainer Rapid unter Josef Hickersberger
2006-2008: Teamchef-Assistent des ÖFB unter Hickersberger
2008 (bis Oktober): ÖFB-U19-Teamchef

Größte Erfolge:
2005: Meister und Qualifikation für die Champions League mit Rapid

Laufbahn als Spieler:
bis 1971: Vienna
1971-1975: Olympiakos Piräus
1975-1982: Rapid

Erfolge als Spieler:
1973-1975: 3 Mal Meister mit Olympiakos Piräus
1973 und 1975: Cupsieger mit Olympiakos Piräus
1982: Meister mit Rapid
1976: Cupsieger mit Rapid
1978-1980: Rapid-Kapitän

7 ÖFB-Länderspiele zwischen 1976 und 1978, Debüt am 10.11.1976 in Kavala: Griechenland - Österreich 0:3

 

 

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    Peter Persidis mit Trainer-Assistent Andreas Herzog und Ex-Teamchef Josef Hickersberger.

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    Persidis an der Oultinie beim EM-Spiel Österreich vs. Deutschland im vergangenen Jahr.

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