Diesseits des Lustprinzips: Freud und die Folgen (2)

21. Jänner 2009, 14:53
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Es wäre tiefenpsychologische Erwägungen wert, warum ausgerechnet das Leben des großen Sigmund Freud (1856-1939) dafür herhalten muss, als Theater-Sitcom biografisch "aufgerollt" zu werden.

Das Wiener Schauspielhaus benützt jedenfalls die lokale Nähe zur berüchtigten Berggasse, um den Vater der Psychoanalyse auf das Sofa der Gemeinverständlichkeit möglichst sitzflächenwarm herunterzubrechen. Ob daraus eine zweite Strudelhofstiege wird? Der initiale, von Daniela Kranz eingerichtete Abend behandelte programmatisch unbedarft Freuds lässliche Jugendsünden: In Triest schnitt der Jungmediziner Aale auf, um den Sitz von Geschlechtsteilen auszuforschen. Sodann juchzte der aussichtsreiche Medikus über die wonnevollen Wirkungen des Kokain.

Auf der Bühne bot man ein bisschen nachlässig geprobte Komödie, die methodisch in Puderzucker erstickt wurde. Der zweite Teil der Reihe Diesseits des Lustprinzips behandelt die "Hysterie"- es inszeniert diesmal dank Stafettensystems Christian Winkler. (poh; DER STANDARD/Printausgabe, 22.1.2009)

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