Sparstift regiert bei Magna und Doka

21. Jänner 2009, 21:19
8 Postings

Die Industrieproduktion bricht nun auch in Österreich ein. Beim Schalungsplattenhersteller Doka stehen 150 Kündigungen an, Magna baut Kurzarbeit aus

Wien/Graz - Der rasante Konjunkturabschwung fordert immer mehr Opfer auf dem Arbeitsmarkt. Der Amstettener Schalungplattenhersteller Doka, der zur Umdasch-Gruppe gehört, muss angesichts des Auftragsrückgangs die Kapazitäten anpassen. Nachdem - wie berichtet - bereits 500 Leiharbeiter abgebaut worden sind, bleibt nun auch die Stammbelegschaft nicht von Einschnitten verschont.
"Wir schöpfen alle Flexibilisierungsmöglichkeiten wie Abbau von Urlaub und Zeitguthaben sowie Kurzarbeit aus. Darüber hinaus sind aber auch Kündigungen notwendig" , erklärte Konzernchef Reinhold Süßenbacher dem Standard. Es dürften 150 Personen vom Abbau betroffen sein, eine Zahl, die Süßenbacher wegen der noch ausstehenden Beschlussfassung aber nur indirekt bestätigen wollte: "Das könnte eine Größenordnung sein."

In Amstetten produzieren derzeit 3300 Mitarbeiter die Platten für den weltweit tätigen Konzern mit insgesamt 8000 Beschäftigten. Die Schalungen werden großteils vermietet - hier sei die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Süßenbacher, dessen Vertrag gerade verlängert wurde, meint, dass "die Realwirtschaft für das Problem der Banken zahlen muss. Die Höhe der Rechnung ist noch offen."

Die Krise im automotiven Sektor veranlasst auch Magna zu weiteren Einschnitten auf dem Personalsektor. Die Autozulieferfirma Magna Powertrain wird noch diese Woche für ihre Standorte in Ilz und Lannach Kurzarbeit für 700 Mitarbeiter beantragen. Die Ursache dafür liege in Rückgängen bei Kundenbestellungen, heißt es aus dem Konzern. Im Werk Lannach südwestlich von Graz sind rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt - etwa 450 müssen kurzarbeiten. In Ilz im Bezirk Fürstenfeld wird mehr als die Hälfte der rund 450 Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt.

Überlegungen laufen

Für das Magna-Werk in Graz werden laut Konzernsprecher Daniel Witzani "derzeit Überlegungen angestellt, das bereits eingeführte Kurzarbeitszeitmodell zu verlängern" . Bei Magna sind gegenwärtig 2600 Beschäftigte in Kurzarbeit. In Summe sind im steirischen Autocluster bereits 4420 Beschäftigte in 13 Betrieben von Kurzarbeit betroffen. In 13 weiteren Betrieben abseits des Autosektors mussten 2250 weitere Beschäftigte in Kurzarbeit gehen. Das steirische AMS zahlte bis jetzt rund 16 Mio. Euro an Kurzarbeitförderungen aus.

Die Industrie leidet immer stärker unter der Krise. Bereits im Oktober - jüngere Daten liegen nicht vor - schrumpfte die Produktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Prozent. Noch drastischer sind die Auftragsrückgänge, die sich erst in der Zukunft auswirken: Das Minus im Oktober belief sich auf neun Prozent. (Andreas Schnauder,  Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.1.1.2009)

  • Beim Bau des Burj Dubai, des höchsten Gebäudes der Welt, war diese für
Doka noch in Ordnung. Jetzt brechen Aufträge weg, Jobs werden abgebaut.
    foto: standard

    Beim Bau des Burj Dubai, des höchsten Gebäudes der Welt, war diese für Doka noch in Ordnung. Jetzt brechen Aufträge weg, Jobs werden abgebaut.

Share if you care.