Vorarlberger Medienhaus baut Nachrichtenagentur auf

21. Jänner 2009, 18:12
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Soll neben Medien der eigenen Gruppe auch Fremdmedien bedienen - Vertiefung in der Berichterstattung geplant - Chef des Projekts wird Robert Thoma

Das Vorarlberger Medienhaus (VMH) von Eugen A. Russ (u.a. "Vorarlberger Nachrichten") baut eine multimediale Nachrichtenagentur auf, die sowohl die Medien des Hauses als auch Fremdmedien bedienen soll. Chef des Projekts wird Robert Thoma (44), derzeitiger Chefredakteur des VMH-Blatts "Neue Vorarlberger Tageszeitung". Für die VMH-Medien kündigte Thoma eine Vertiefung in der Berichterstattung an. "Wir wollen auch über die Gesprächsthemen in der Nachbarschaft berichten", erklärte Thoma.

Thoma übernimmt die Leitung der VMH-Abteilung "VOL Live", die vor rund eineinhalb Jahren ins Leben gerufen wurde und seitdem die hauseigenen Online-Medien mit Text-, Foto-, und Videobeiträgen versorgt. Aus "VOL Live" soll nun eine multimediale Nachrichtenagentur werden. "Wir werden die Printmedien der VMH-Gruppe, also auch in Osteuropa, und selbstverständlich sämtliche Online-Portale der Gruppe bedienen", sagte Thoma. Auch an einen Verkauf der "VOL Live"-Erzeugnisse an Fremdmedien sei gedacht.

Gleichzeitig wolle man durch "VOL Live" die Berichterstattung - im besten Fall bis auf "Nachbarschaftsebene" - vertiefen. "Wenn in einer Vorarlberger Kleinstgemeinde die Kuh Hilde ein Kälbchen auf die Welt bringt, wollen wir dabei sein", so Thoma. Das sei dann nämlich Gesprächsthema.

"Dichtes Netzwerk an Bürgerjournalisten"

Um "VOL Live" personell für diese Aufgaben aufzustellen, werde man ein dichtes Netzwerk an Bürgerjournalisten aufbauen, kündigte Thoma an. "Es wird eine sehr, sehr große Redaktion", in jeder der 96 Vorarlberger Gemeinden wolle man mindestens mit einem Bürgerjournalisten vertreten sein, "auch gegen Bezahlung". Dabei sei der Aufbau des Netzwerks ein "on-going"-Prozess. Das Kernteam von "VOL Live" - derzeit werden sieben Personen beschäftigt - werde parallel mit den Aufgabengebieten wachsen. "Der Markt bestimmt, wie groß wir werden", sagte der "VOL Live"-Chef.

"on going"-Prozess"

Die Veränderungen, die der Aufbau von "VOL Live" für die VMH-Redaktionen mit sich bringen wird, sind laut Thoma noch nicht festgeschrieben. Konzepte müssten noch entwickelt werden. "Wir verstehen uns jedoch als Ergänzung", betonte Thoma. Es gehe darum, die Medien qualitativ zu verbessern und in die Tiefe zu gehen. "VOL Live" solle inhaltlichen Gewinn bringen. Zum Budget von "VOL Live" machte Thoma keine Angaben, auch dabei handle es sich um einen "on going"-Prozess. "Wir haben jedenfalls genügend Kraft, unsere Vision zu verwirklichen", stellte Thoma fest.

Thomas Position als Chefredakteur der "Neuen" übernimmt ab 1. Februar sein bisheriger Stellvertreter Frank Andres. Die Geschäftsführung, die Thoma ebenfalls innehatte, wird Gerhard Bertsch besetzen. Der Zeitpunkt des Wechsels sei kein Zufall, unterstrich Thoma. Es sei ihm mit seinem Team gelungen, die "Neue" und die im Sommer 2007 eingeführte "Neue am Sonntag" profitabel zu machen, das "war vor zwei bis drei Jahren noch nicht so". Nun sei es Zeit für eine neue Herausforderung. (APA)

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