Israelische Armee verlässt Gazastreifen

21. Jänner 2009, 17:55
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Untersuchung über Einsatz von Phosphorwaffen

Die letzten israelischen Soldaten haben den Gazastreifen verlassen", meldete der Armeesprecher Mittwoch früh, womit knapp zwölf Stunden nach dem Antritt Barack Obamas als US-Präsident der Gaza-Feldzug offiziell beendet war. Etwa zeitgleich mit der Angelobungs_zeremonie in Washington war es noch einmal zu Scharmützeln gekommen, nachdem die Hamas einige Mörsergranaten in Richtung Israel gefeuert und israelische Truppen im Inneren des Gazastreifens beschossen hatte. Die Israelis griffen daraufhin aus der Luft die Abschussstellen an.

Unklar ist nach wie vor, in welchem Rahmen und in welchem Tempo eine Regelung für die Überwachung der Grenze zu Ägypten ausgearbeitet werden wird. Internationale Anstrengungen zur Verhinderung von Waffenlieferungen an die Hamas waren von Israel als Voraussetzung für einen permanenten Waffenstillstand und für eine dauerhafte Öffnung der Warenpassagen genannt worden, wie sie von der Hamas, aber etwa auch von der EU verlangt wird.
Gestern wurden rund 200 Lastwagen durchgelassen, und der Lieferumfang soll in den nächsten Tagen weiter vergrößert werden.

Die israelische Armee untersucht unterdessen, ob während der Kämpfe missbräuchlich Phosphorgranaten eingesetzt wurden, berichtete die Tageszeitung Ha'aretz.
Europäische Anwälte sollen am Mittwoch bei einem belgischen Gericht den Antrag gestellt haben, Israels Außenministerin Zipi Livni wegen Kriegsverbrechen festzunehmen. Das belgische Gesetz erlaubt die Verhaftung ausländischer Diplomaten nicht, die Angelegenheit könnte aber für Israel trotzdem unangenehm werden. (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 22.1.2009)

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