SPÖ Frauen: "Keine Gemeinsamkeiten mit Aktion Leben"

22. Jänner 2009, 12:00
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Pro-Life-Organisation hat übereinstimmende Anliegen ausgemacht - Stadlbauer: "Zu große Differenzen bei Schwangerenberatung"

Die SPÖ Frauen haben am Mittwoch einen Offenen Brief an die "Aktion Leben" zu Handen der Generalsekretärin Martina Kronthaler gesandt, in dem sie auf eine Aussendung der Kathpress zu Fristenregelung und "Aktion Leben" eingehen, wo von "Gemeinsamkeiten in den Anliegen der Aktion Leben und der SPÖ" die Rede war.  

Diese Gemeinsamkeiten stellen die SPÖ Frauen in dem Offenen Brief nun in Abrede. SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer schreibt, dass sie die Aussage "mit Befremden" vernommen habe und betont, dass es bereits im Dezember 2007 ein Gespräch gab, bei dem die SPÖ Frauen "unmissverständlich klar gestellt" hätten, "dass an der Fristenregelung nicht gerüttelt werden darf auch nicht im Zusammenhang mit zusätzlicher Beratung".

Zusätzliche Hürden für Frauen abzulehnen

"Wir schätzen zwar Ihre Bemühungen sehr, sich von fanatischen Aktivisten wie jene von 'Human Life International' abzugrenzen. Aber beim Thema 'Schwangerenberatung' gehen unsere Ansichten eindeutig auseinander", schreibt Stadlbauer, die weiters darauf verwies, dass die SPÖ Frauen immer wieder betonen würden, dass "jeder Zusatz zur Fristenregelung eine zusätzliche Hürde für Frauen bedeutet und somit abzulehnen ist".

Signal von Seiten der Kirche hilfreich

"Wenn die Aktion Leben sich für Schutzzonen vor Abtreibungskliniken stark machen will, wird die SPÖ sie sicher dabei unterstützen. Unserer Ansicht nach ist die beste Methode, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, eine gute und moderne Aufklärung. Hier vermissen wir immer noch ein deutliches und klares Bekenntnis der katholischen Kirche zur Empfängnisverhütung. Dies wäre hoch an der Zeit und sehr hilfreich", schloss Stadlbauer.

"Aktion Leben": Kein Rütteln an der Fristenlösung

In einer ersten Reaktion hat sich die "Aktion Leben" über die Stellungnahme enttäuscht gezeigt. Der "Offene Brief" entbehre "jeder Grundlage" und offenbare "eine bedenkliche Einstellung zur Beratung", stellte Generalsekretärin Kronthaler fest: Die "Aktion Leben" könne nicht nachvollziehen, dass eine freiwillig in Anspruch genommene Schwangerenberatung oder die Werbung dafür "an der Fristenregelung rüttelt": "Die 'Aktion Leben' hat bereits vor 20 Jahren öffentlich bekannt gemacht, die Fristenregelung nicht mehr zu bekämpfen", betonte Kronthaler. Zudem stünde sie Organisation für ihre "zeitgemäße und einfühlsame" Aufklärungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen bekannt. Seit jeher bekenne sich die Aktion auch zu einer verantwortungsvollen Empfängnisverhütung, erinnerte die Generalsekretärin.

Bei den angesprochenen "Gemeinsamkeiten" sei es um die Forderungen der aktuellen Bürgerinitiative gegangen, in der die Einrichtung eines Hilfsfonds für schwangere Frauen in Notlagen sowie die kontinuierliche Bewerbung von Beratung durch die öffentliche Hand, die Unterstützung für Eltern von Kindern mit Behinderung sowie bestmögliche Kinderbetreuung gefordert wird.

Stadlbauer behindere durch ihre jüngste Äußerung die Entwicklung eines konstruktiven Gesprächsklimas mit Frauen ihrer Partei, so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin abschließend. (red)

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