Frauen sollen mit 65 in Pension gehen können

21. Jänner 2009, 15:03
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Derzeitiges Antrittsalter bei 60: Brüssel sieht Nachteil für weibliche Arbeitskräfte - Berlusconi will Frauen jedoch nicht dazu "zwingen"

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi will das Pensionsantrittsalter für Frauen erhöhen. Der Ministerpräsident erklärte, dass sein Mitte-Rechts-Kabinett unter Brüssels Druck gezwungen sei, das Pensionsantrittsalter für italienische Frauen von 60 auf 65 Jahren und damit auf die gleiche Stufe wie für Männer anzuheben.

Freiwillige Basis

"Wir werden zwar unser Pensionssystem nicht ändern, Europa meint jedoch, es sei diskriminierend, dass Frauen mit 60 Jahren in den Ruhestand treten müssen. Wir werden uns mit dieser Frage demnächst befassen", so Berlusconi. "Die Italienerinnen werden nicht gezwungen werden, bis 65 Jahren zu arbeiten, um in den Ruhestand zu treten. Wer bis 65 Jahre weiter arbeiten will, wird dieses Recht haben", so Berlusconi. Er will sich sofort für eine Harmonisierung des Ruhestandsalters für Männer und Frauen im öffentlichen Dienst einsetzen, danach soll der Beschluss auch auf die Privatwirtschaft ausgedehnt werden.

Die Tatsache, dass Frauen schon mit 60 Jahren in den Ruhestand treten müssen, sei laut Brüssel für sie von Nachteil, weil sie weniger Rentenbeiträge einzahlen und daher eine niedrigere Pension als Männer beziehen. Die Erhöhung des Pensionsantrittsalter für Frauen werde aber nur auf freiwilliger Basis erfolgen, versicherte Berlusconi.

Benachteiligungen nicht derart zu kompensieren

Berlusconi bezieht sich dabei auf eine Auflage der EU, die aus Gleichbehandlungsgründen den unterschiedlichen Pensionseintrittsalter in Italien kritisiert hatte. Man kompensiere nicht die Benachteiligungen der Frauen in der Berufswelt, indem man sie früher in den Ruhestand schicke, verlautet es aus Brüssel. (APA)

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