2000 Haushalte waren ohne Strom

21. Jänner 2009, 17:20
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Bis zu 60 Zentimeter hat es in Tirol seit Dienstag geschneit - Durch das teilweise tonnenschwere Gewicht sind die Leitungen gerissen

Innsbruck/Bozen - Bis zum heutigen Nachmittag waren in Tirol noch über 1000 Haushalte ohne Strom. 2.000 Osttiroler Haushalte waren seit heute morgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Bis zum Nachmittag konnten bis auf zehn Betroffene in Innervillgraten wieder alle an die Stromversorgung angeschlossen werden.

"Es hat seit Dienstag bis zu 60 Zentimeter geschneit. Die Bäume sind unter der Schneelast eingeknickt und haben teilweise die Stromleitungen beschädigt", hieß es bei der Bezirkseinsatzleitung Lienz. Bei Sillian entgleisten zwei Loks der ÖBB aufgrund der erheblichen Schneemengen. Die Strecke zwischen Sillian und Lienz war bis zum Nachmittag unterbrochen.

Tonnenschweres Gewicht

Bereits gegen 5.00 Uhr war es zu ersten Störungen gekommen. "Teilweise sind auch die Stromseile gerissen, weil der Schnee so extrem schwer ist", erklärte die Tiwag (Tiroler Wasserkraft AG).Der Schnee habe sich in bis zu 30 Zentimeter dicken Walzen um die Leitungen gelegt. Durch das teilweise tonnenschwere Gewicht seien die Leitungen dann gerissen.

Betroffen waren vor allem das Osttiroler Gailtal, die Gemeinden Kartisch, Ober- und Untertilliach bis zur Kärntner Grenze. "Die Probleme im Villgratental können vorerst nicht behoben werden, weil die Straße gesperrt ist", sagte Wolfgang Wurnig von der Tiwag. Probleme habe es auch im Lesachtal sowie im Defreggental gegeben. Bis Mittwoch früh fielen auch in Vorarlberg zwischen 25 und 30 Zentimeter Neuschnee, lokal wie etwa in Lech am Arlberg waren es 40 Zentimeter.

Lawinengefahr erheblich

Die Lawinengefahr wurde am Mittwoch in Nord-, Osttirol und Vorarlberg als "erheblich" (Stufe 3) eingestuft. Oberhalb 1.600 Meter wurde sie in Osttirol sogar als "groß" (Stufe 4) bezeichnet. Schon das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers, also eine geringe Zusatzbelastung, könnten Lawinen auslösen. Auch mit einer Selbstauslösung sei zu rechnen. Für die nächsten Tage sei "keine rasche Entspannung" der Lawinensituation zu erwarten.

Südtirol: "Große" Lawinengefahr

Auch in Südtirol herrschte verbreitet "große" Lawinengefahr, vor allem oberhalb von 1.500 Meter an Steilhängen . Die Skitourenmöglichkeiten seien eingeschränkt und erforderten ein gutes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.

Winterausrüstung auf Straßen notwendig

Zahlreiche Passstraßen sind aus Sicherheitsgründen gesperrt, darunter der Mendelpass, der Jaufenpass, das Grödnerjoch, das Sellajoch sowie das Pordoijoch. Winterausrüstung war laut Verkehrsmeldezentrale Bozen "für alle Fahrten unbedingt notwendig".

 

 

 

 

 

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