In Europa längst verboten, doch von außen hereingeweht

21. Jänner 2009, 13:09
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Forschungsprojekt MONARPOP untersucht Alpenraum auf Rückstände von Giftstoffen, die außerhalb Europas emittiert wurden

Wien - Schwer abbaubare Schadstoffe brauche nicht nur lange, bis sie von der Erdoberfläche verschwinden, sie legen außerdem beachtliche Distanzen zurück: Im Rahmen des Forschungsprojekt MONARPOP (Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent Organic Pollutants) fanden Wissenschafter in den Alpen Rückstände von Giftstoffen, die außerhalb Europas emittiert wurden, berichtete das Umweltbundesamt am Mittwoch.

Langlebige Substanzen

Zu den untersuchten Schadstoffen zählen etwa Dioxine oder in Europa lange nicht mehr verwendete Pestizide wie krebserregende Kohlenwasserstoffe oder DDT, das im Gebirge bis zu zehnmal höheren Konzentrationen als am Talboden nachgewiesen wurde. Diese Stoffe entfalten ihre schädliche Wirkung bereits in geringen Konzentrationen und stehen aufgrund ihrer besonderen Langlebigkeit, Giftigkeit und Anreicherung entlang von Nahrungsketten im Blickfeld der internationalen Staatengemeinschaft.

Allerdings zeigte sich auch, dass sich Maßnahmen zur Verringerung der Gifte bezahlt machen: Bei Dioxinen etwa wurde eine mehr als zehnmal geringere Konzentration in den Nadeln festgestellt als noch vor zehn Jahren.

Bergen fangen Gifte auf

Die Alpen bilden eine Barriere bei der sogenannten Verfrachtung von Luftschadstoffen. Durch die Höhe der Gebirgszüge bleiben schwer abbaubare organische Schadstoffe, sogenannte POPs, in den Bergen hängen und lagern sich ab. Die Kälte der hochgelegenen Gebiete sorgt außerdem dafür, dass sich diese Schadstoffe dort besonders anreichern.

Daneben gibt es auch durch lokale Quellen hausgemachte Belastungen im Alpenraum. Höhere Konzentrationen an den tiefstgelegenen Standorten bzw. in mittleren Höhen bei anderen untersuchten POPs lassen den Einfluss regionaler Ursachen wie Hausbrand und Verkehr vermuten.

Das Projekt MONARPOP wurde vom Österreichischen Umweltministerium und Umweltbundesamt mit 13 Institutionen aus Deutschland, Italien, Schweiz und Slowenien durchgeführt. Sie untersuchten mit teils weltweit neuen Methoden den Alpenraum auf schwer abbaubare organische Schadstoffe. Dabei wurden an 40 entlegenen Waldstandorten und sieben Höhengradienten Pflanzen- und Bodenproben gezogen sowie an drei Berggipfeln Luft- und Depositionsproben gewonnen. Die Proben wurden auf rund 30 Substanzen bzw. Substanzgruppen aus bis zu mehreren hundert Einzelsubstanzen analysiert. Höchstgelegener Standort war der Sonnblick mit 3.106 Metern Seehöhe. (APA)

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