Neue Studie zu Schizophrenie

Oft diskriminieren Nahestehende

21. Jänner 2009, 17:16
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    foto: photodisc

    Menschen mit psychischen Erkrankungen haben es noch immer sehr schwer in der Gesellschaft

Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten fühlen sich Betroffene privat und im Beruf stark diskriminiert - Erwartung und Tatsache klaffen oft auseinander - Österreich nur im Mittelfeld

Etwa ein Prozent der Menschen weltweit leidet an Schizophrenie. Um die psychische Erkrankung ranken sich viele Mythen, ein Beispiel ist die Bezeichnung "Persönlichkeitsspaltung". Tatsächlich äußert sie sich in Störungen des Denkens, der Wahrnehmung, des Fühlens und Erlebens. Daraus können sich in weiterer Folge auch Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen entwickeln. Die ersten Symptome treten im Alter von 15 bis 35 Jahren auf.

Menschen werden diskriminiert

Eigentlich sind die Behandlungserfolge bei Schizophrenie recht gut: 80 Prozent der Betroffenen könnten durch eine optimale medikamentöse Behandlung vor regelmäßigen Rückfällen bewahrt werden. Doch auf gesellschaftlicher und sozialer Ebene sieht die Situation der Menschen viel schwieriger aus: Rund 40 Prozent fühlen sich laut einer brandneuen internationalen Studie - mit österreichischer Beteiligung - in Beruf beziehungsweise Privatleben diskriminiert. Österreich liegt unter 27 Staaten nur im Mittelfeld.

Stigma und Diskriminierung für die Schizophrenie-Patienten sind offenbar weit verbreitet. Die Wissenschafter um Graham Thornicroft vom Institut für Psychiatrie am King's College in London führten in 27 Staaten Tiefeninterviews mit insgesamt 732 Schizophrenie-Kranken durch. In Österreich war an der Erstellung der Untersuchung der Wiener Universitäts-Psychiater Heinz Katschnig beteiligt. Beschrieben werden sollten die Art und die Intensität der Diskriminierung der Betroffenen in Beruf- und Privatleben sowie deren diesbezügliche Ängste. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass es sich bei der Stigmatisierung von Schizophrenen weiterhin um ein großes Problem handelt.

Soziale Probleme

Rund 47 Prozent der Teilnehmer berichteten von Diskriminierung beim Kennenlernen neuer Freunde und beim Aufrechterhalten von bestehenden Freundschaften. Rund 43 Prozent hatten ähnliche Probleme in der Familie erlebt. Die Erwartung einer Diskriminierung war jedoch größer als die tatsächliche Erfahrung. Fast 60 Prozent der Befragten erwarteten eine negative Behandlung durch den Partner. Weniger als 30 Prozent erlebten sie jedoch auch, wenn sie eine innige oder auch nur eine sexuelle Beziehung eingingen. Mehr als 60 Prozent hatten erwartet, bei der Arbeitssuche bis zu einem gewissen Grad diskriminiert zu werden. Auch in diesem Bereich erlebten weniger als 30 Prozent diese Erfahrung tatsächlich. Insgesamt 27 Prozent der Probanden erklärten, sie müssten ihre Krankheit verheimlichen. 64 Prozent fürchteten Benachteiligungen in Arbeit oder Ausbildung, 55 Prozent in ihren persönlichen Beziehungen zu anderen Menschen.

Ergebnisse "kein Anlass zu feiern"

Der leitende Wissenschafter Graham Thornicroft betonte laut BBC, dass die Kluft zwischen Erwartungen und der Realität kein Anlass zum Feiern sei. "Die Antizipation einer Diskriminierung bedeutet, dass Menschen gar nicht einmal versuchen, Arbeit zu finden. Arbeitgeber müssen mehr tun, um zu zeigen, dass sie Menschen mit mentalen Problemen wirklich beschäftigen wollen." Es sei jedoch nicht nur eine Frage der Rechtsprechung, vielmehr müsse sich die Haltungen der Menschen ändern. Alle Forschungsergebnisse zeigten, dass die Reaktionen der Menschen auf Personen mit mentalen Problemen das Zurechtkommen mit der Krankheit viel schwerer machen kann. (pte/APA/red)

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Zusammenfassung der Studie in der Online-Vorab-Veröffentlichung in "The Lancet"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Valporella
 
31
13.2.2009, 08:30
"Oft diskriminieren Nahestehende"

Wie lange wird es noch dauern, bis man es wagt, sämtliche psychische Leiden als Resultat schädigender Erziehung zu sehen?

belgarion666
 
00
28.9.2009, 14:53
live

in einem forum, in dem ich lange schriebe, konnte man über einen langen zeitraum einen schizophrenen live erleben.
er glaubte gott zu sein. er saß lange in haft, weil er die reinkarnation der jungfrau maria stalkte.
die folgen für die umgebung. werden in den artikeln nicht ausreichend geschildert. dass sich die umgebung zurück zieht, hat gute gründe.

Starkes Herzerl
00

Wäre zu kurz gegriffen. Systemische Ansätze beziehen einfach das Umfeld und die Beziehungen mit ein und das macht sehr viel Sinn.

Lemure
 
00
15.2.2009, 11:14
Solang es Menschen gibt,

gibt es Fehler, auch in den Erziehungsmodellen. Und wo die Familie positiv wirkt, kann die Umgebung negativ wirken (Schule, Freundeskreis, Arbeitswelt). Also ist die Entstehung psychischer/psychiatrischer Leiden nie eindimensional zu erklären. Entscheidend ist, ob die Lebensbedingungen das Kind in eine unerträgliche Stresssituation bringen. Da beginnt die Krankheit.

Das kreative Hirn
00
27.1.2009, 13:42
wenn sich ein mensch in jemanden verliebt, zeigt er sich zuerst von seiner besten seite, aber nach und nach kommt auch die ungute seite hoch. dann beginnen die schwierigen zeiten… mensch begibt sich auf stürmische see.


wenn er diese stürme durchhalten kann,dann gelangt mensch zu dem, was weder >gut< noch >schlecht< ist–zu seinem wahren ich,das nix mit gut oder schlecht zu tun hat.da gelangt er zu dem,was er wirklich ist.man kann es weder gut noch schlecht nennen.das sein ist keines von beidem – es ist einfach.

<gut> oder <böse> ist eine bewertung der gesellschaft.

"gut" ist jener teil von dir, den die gesellschaft akzeptiert.

"schlecht" ist jener teil, den die gesellschaft verleugnet, den sie ablehnt.

doch kein mensch ist weder das eine noch das andere. diese dritte ebene – das einfache sein – erreicht man nur,wenn >gut< und >schlecht< sich erschöpft haben.und das braucht zeit,genauso wie ein baum zeit braucht um wurzeln zu schlagen.


und
00

der Körper ist doch seine Basis, er ist sein Boden, er ist seine Erdung. Wenn er sich jetzt zum feind seines Körpers macht, vernichtet er sich, macht sich schizophren, macht sich unglücklich, macht sein Leben zur Höhle. Denn wie kann man intensiv leben, wenn jemand gegen seinen Körper ist?

Leo Laokoon
00

"Wenn er sich jetzt zum feind seines Körpers macht, vernichtet er sich, macht sich schizophren, macht sich unglücklich, macht sein Leben zur Hölle. Denn wie kann man intensiv leben, wenn jemand gegen seinen Körper ist?"

ganz genau! und wieviele menschen wurden zu feinden ihres körpers erzogen und damit unglücklich gemacht? der körper ist schmutzig, die sexualiät des teufels, so hab ichs noch gelernt! wer "unkeuschheit" treibt kommt unweigerlich in die hölle, es sei denn er beichtet sofort. aber wehe wenn er ohne gebeichtet zu haben stirbt!
darüber kann man heute lachen, aber wenn kindern sowas erzählt wird ists eine katastrophe! und es wird auch heute noch wenn auch längst nicht mehr "flächendeckend" den kindern erzählt!

und
00
es werden wirklich viele schizophrene Situationen für Kinder geschaffen. Anderes Beispiel:

1)

Klein Lisa kommt ins Badezimmer, während die Mutter gerade badet. Als sie die Brueste der Mutter sieht, fragt sie: Mama, was hängt denn da vorn bei dir runter? Das, antwortet die verwirrte Mutter, ach, das sind Luftballons. Lisa lässt nicht locker und wozu sind die da? Wenn man stirbt, werden sie aufgeblasen, dann schwebt man in den Himmel. Nach kurzem Nachdenken sagt die Kleine: Mama, ich glaub, unser Hausmädchen stirbt. Ich hab grad gehört, wie sie gsagt hat: Oh Gott, ich komme und der Papa liegt auf ihr drauf und pumpt ihr die Luftballons auf.

Aber Kinder werden irgendwann die Wahrheit herausfinden. Es ist unnötig, irgendetwas zu verstecken, man sollte alles erklären - WENNS KIND FRAGT - sollte man alles erklären - wie es ist.

und
00
2)

ich finde es ist unnötig, die Köpfe der Kinder von Anfang an mit Lügen zu füllen. Wie lange kann man Tatsachen vor ihnen verbergen? Sie werden sich manifestieren, dann ist das Kind in Schwierigkeiten und dann sitzt es in der Klemme.
Es wird geteilt sein, gespalten.
Seine Konditionierung wird ihm sagen:
Es ist nicht recht, das Leben wird sagen: Tu es! Biologie wird das eine sagen – und

und
00
3)

sein Kopf das andere.
Ich mag das nicht, bin gegen dieses Verbr*chen. Meine Achtung vor der Wahrheit ist absolut und alles andere ist mir gleichgültig. Es wäre doch wirklich schön, wenn jedes Kinder über alle Tatsachen des Lebens vollständig informiert wird, so wie sie sind.
Finde es ist vollkommen unnötig, Schuld zu erzeugen.
Doch unsere Rel*g*onen beruhen auf Schuld. Und sie haben viele Schleier vor unsere Augen gezogen. Diese Schleier sind falsch, unwahr, absolut verl*gen, sie verzerren alles. Es wird eine schizophrene Situation für das Kind geschaffen.

Starkes Herzerl
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Richtig! Wenn dich wer wirklich liebt, dann ist ihm der Zustand deines Körpers nicht so wichtig. In der CD-Hörprobe die ich erhalten habe, steht was Tolles.
"Der Liebende und die Liebe sind nur Eines. Denke sie dir niemals, Seele, als zwei Hälften. Sind Liebe und Liebender erst einmal eins geworden, sind beide beides: Gebender und Gabe. Der Liebende sucht stets nach dieser Fülle, taucht er ins Meer auf der Suche nach der Perle, wird er selbst zur Perle, unschätzbar, einzigartig." Rumi
Wer liebt und geliebt wird, kann nicht schizophren sein, ist ein Unding. Wenn dich wer wirklich liebt, genügt das, dann kannst auch du nicht krank sein. Geht nicht!

und
00

das sind wirklich sehr schöne Zeilen – herzlichen dank – sehe, fühle es so.

Bansuri Flöte?
00

Der Umkehrschluss ist aber auch, dass ein Mensch, der so böse Pläne schmiedet und anderen gezielt schadet, nur um sich zu belustigen, ev. doch nicht so geistreich ist und so sehr geliebt wird, wie er meint.

und
00
ich glaube das hat nix mit "doch nicht so geistreich ist und so sehr geliebt wird" zu tun,

möchte ihnen jetzt nicht zu nahe treten aber habe das Gefühl, sie können vielleicht den Gedanken nicht ertragen – (weil trotzdem Liebe übriggeblieben ist und dann hat man etwas Handfestes in seinem Leben, etwas, das sich lohnt)
dass der andere dieses erreicht hat, was sie nicht haben oder sie haben öfters großen Schmerz erfahren und wollen ihren Schmerz an den Anderen weitergeben. So versuchen sie auf jede erdenkliche Weise, den anderen unglücklich zu machen und schmieden bewusst böse Pläne um den Anderen unglücklich zu machen, damit er so leiden soll wie es sie erlebten oder er soll wieder zur Herde zurückkehren um wieder so zu werden wie viele Andere - ein nicht liebesfähiger Mensch.

Lady Prudence of Fairfax
00

klingt a bisserl nach der bergpredigt...also ich bin ganz froh einigermaßen darüber bescheid zu wissen was gut und was schlecht für mich ist. ein prügelnder ehemann, eine partnerin, die einen nur erniedrigt, leute die einen betrügen und hintergehen... = kategorie schleeeeeecht, auf diesen seegang verzichte ich gerne.

Ah..:)
00
28.2.2009, 12:58

wenn sich die Moral erschöpft hat...? dann ist es einfach?
aber deshalb muss einem doch nicht alles gleich angenehm sein und es ist auch nicht alles gleich gut, sorry...das verstehe ich noch immer nicht.
Man kann doch nicht einfach alles nehmen wie es ist?

Das kreative Hirn
00
28.2.2009, 21:37

warum nicht, liebe die tiefere ebene beginnt, liebe lässt das oberflächliche verschwinden, das wesen der mensch ist - wie er ist.

Ah..:)
00

Das verstehe ich in einer Liebesbeziehung auch so, aber man kann doch nicht alles und jedes, was einem unterkommt immer nur bejahren und so tun, als wäre es o.k., so wie es ist.
Da dürftest du auch nicht sagen, dass eine Budgetregelung lächerlich ist, sondern müsstest dir denken, dass es eben so ist, oder?

Das kreative Hirn
00
eigentlich kann man alles so hinehmen was so unterkommt-gelassenheit-und gerade wenn man wahre liebe empfindet, lebt. liebe und macht vertragen sich nicht. nur so tun, als wäre es o.k ist nicht gut, weil da berührt es einen schon–bei nur so tun.

natürlich kann mensch sich mit allen auseinandersetzen was so gibt und lenkt sich so von sich selber ab.

allgemein gehts da nicht um energien? (bei mir gehts ums gefühl - berührt es mich oder nicht). was ist einem wichtig im leben und wo kann man wirklich etwas ändern. was bringt es wenn ich etwas lächerlich finde, mich ärgere, aber ich kann eh nichts ändern, am ende sitze ich energielos rum und kann sagen, na denen hab ich aber gesagt. wenn einen menschen energien bringt, wenn er sich für etwas einsetzt - ist das vollkommen ok und genau da wird er auch etwas verändern können. aber nur sinnloses - wo man schon im voraus weiss - hier kommt nix raus ist energieverschwendung und finde ich nicht sinnvoll.

Ah..:)
00

wenn ich ein Budget nicht i.O. finde, sage ich das, aber ich weiß, dass ich der Minderheit angehöre und es sich durch meinen Beitrag nicht ändern wird, aber ich vertrete die Position der Leute, die das so sehen....wenn ich finde, man sollte in Kind nicht vernachlässigen und sich depat wichtig machen, dann sage ich höflich, was hilfreich wäre, aber mir ist klar, dass ich damit wen auf die Zehen steige...damit kann ich aber leben...ob es was bringt, wie weiß ich das denn vorher?

Das kreative Hirn
00

wir leben in einer demokratie und jeder kann sagen was er will nach lust und laune. jeder kann minderheiten unterstützen, seinen beitrag dazu leisten und jeder kann es machen - wie er will.
jetzt stelle ich mir folgendes vor:
wenn sie jemanden auf die zehen steigen also einen elternteil, sie das vorm kind machen, danach trennen sich wieder die wege, haben sie den keil zwischen elternteil und kind noch vergrößert und das kind hat es nach ihrer begnung mit -zehen steigen- noch schlechter als es vorher war, finde ich.

Ah..:)
00

Leider muss ich zugeben, dass ich gestern das Kind getroffen habe und genau den Eindruck hatte ich, was mir natürlich sehr leid tut, denn ich wollte dem Kind wirklich helfen. Ich habe aber inzwischen eine arge Aversion gegen die Eltern, weil sie so von sich überzeugt sind und mir gleichzeitig Energiezufuhr durch Fernreiki antragen. Wenn ich das ablehne, geht die ganze Streiterei von vorne los. Hast du Rat?

Starkes Herzerl
00

Alles geklärt, die Mutter drängt sich schon wieder auf. Ich entschuldige mich einfach 100 x am Tag. Das reicht dann eh.

Mit100schwarzenAugen
01
27.1.2009, 00:46
und: nehmen sie die diagnose nicht allzu ernst....

sie werden irgendwann begreifen, dass viele angeblich gesunde noch viel kränker sind: indem ihnen jede empathie, jedes gefühl außer hass, jede umgangsform außer (unbewußte) destruktivität, abhanden kam.
indem sie kein leben kennen außer anpassung.
(autoren: arno gruen, alice miller.)

was natürlich nicht heißen soll, dass sie nicht krank sind: aber ist ihr Selbst einmal
(durch psychotherapie zb, oder liebe) gestärkt, und haben sie erst mal hingefunden,
dann lassen sie sich von niemandem mehr an der nase herumführen....es grüßen die genies.
GLG

Ah..:)
00
28.2.2009, 12:59

Überheblichkeit, Abgehobenheit, Lebensfremdheit, Ignoranz ...sind das xunde Zustände?

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