Nato-Nachschub künftig auch über Russland

4. Februar 2009, 18:05
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Route von Pakistan in das Nachbarland immer wieder durch Angriffe blockiert

Moskau- Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat den USA erneut Unterstützung bei der Stabilisierung Afghanistans angeboten. Russland und die verbündeten früheren Sowjetrepubliken seien zu einer entsprechenden Zusammenarbeit mit Washington bereit, sagte Medwedew am Mittwoch in Moskau.

Russlands Regierung erlaubt der US-Armee die Nutzung russischen Territoriums, um Nachschub nach Afghanistan zu schicken. Vize-Außenminister Grigori Karasin sagte am Mittwoch, Russland reagiere damit auf eine Anfrage der Vereinigten Staaten nach logistischer Unterstützung für die Truppen am Hindukusch.

Nur einen Tag zuvor hatte Kirgistan angekündigt, dass der dem Afghanistan-Nachschub dienende US-Stützpunkt Manas in dem Land geschlossen werden soll. Karasin bestritt jede Verbindung zwischen einem zwei Milliarden Dollar schweren russischen Hilfspaket an Kirgistan und der Entscheidung der dortigen Regierung, die US-Basis zu schließen.

Truppenaufstockung

Neue Versorgungswege sind auch deshalb notwendig, weil die USA ihre Truppen in Afghanistan aufstocken wollen, um stärker gegen die radikal-islamischen Taliban und Anhänger der Terrororganisation Al-Kaida vorgehen zu können. Pakistan hatte die wichtigste Nachschubroute für die US- und NATO-Truppen über den Khyber-Pass am Montag wieder wegen eines Raketenangriffs zeitweise geschlossen. Hinter dem Angriff wurden militante Islamisten vermutet.

Die Khyber-Region ist Teil von Pakistans halbautonomen Stammesgebieten im Nordwesten, die Kämpfern der Al-Kaida und der Taliban als Rückzugsgebiete dienen. Der Khyber-Pass ist seit Jahrhunderten ein Handelstor zwischen Pakistan und Afghanistan und damit ein wichtiger Schnittpunkt für Machthaber und Militär in der Region. (Reuters/APA/AP)

 

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