Verhaltensgestört

20. Jänner 2009, 22:33
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Trügt die Empfindung, oder werden die Verhaltensgestörten in unserem öffentlichen Leben immer mehr?

Nach dem Ereignis in Washington kehren wir wieder zurück in unser herziges, kleines Landerl und widmen uns den Ausprägungen der hiesigen Politkultur: ein Kärntner Landeshauptmann, der in einer Mischung aus Einfältigkeit und milieubedingtem Rassismus öffentlich "Negermammi"-Witze erzählt; dessen Partei aber das Wrack des mit 1,8 Promille verunfallten Vorgängers um 40.000 Euro ankauft (als Fetisch?); eine FPÖ-Abgeordnete, die vor Gericht steht, weil sie "Tierbordelle für Moslems" empfohlen hat; ein Dritter Nationalratspräsident, der junge Fans von Neonazi-Devotionalien im Parlament beschäftigt und den die Schwachmatiker in SPÖ und ÖVP nicht wegkriegen; ein Uniratsvorsitzender an der Boku, dessen vor ranziger Selbstzufriedenheit triefender TV-Auftritt die Behauptung der ersten Rektorin einer Uni, sie sei weggemobbt worden, ziemlich plausibel erscheinen lässt. Und so weiter.

Trügt die Empfindung, oder werden die Verhaltensgestörten in unserem öffentlichen Leben immer mehr? Oder werden sie nur frecher, weil jeder bösartige Schwachsinn in einem Klima des "anything goes" sanktionslos bleibt? (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2009)

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