Expräsident nach Jemen geflüchtet

21. Jänner 2009, 13:47
posten

Abdullahi Yusuf Ahmed erhält politisches Asyl - Erneut Kämpfe in Mogadischu

Sanaa/Mogadischu - Der im Dezember zurückgetretene somalische Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed hat im Jemen politisches Asyl erhalten, wie am Mittwoch in Sanaa aus Kreisen der jemenitischen Präsidentschaft verlautete. Aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu wurden unterdessen neue Kämpfe gemeldet, bei denen am Mittwochabend mindestens zwölf Menschen getötet und 18 weitere verwundet wurden.

Abdullahi Yusuf Ahmed war seit 2004 Präsident. Seine vom Westen unterstützte Regierung hatte mit Hilfe der äthiopischen Armee zunächst die islamistischen Milizen zurückdrängen können. Inzwischen kontrolliert die handlungsunfähige Übergangsregierung aber faktisch nur noch die Umgebung der Stadt Baidoa, nachdem Äthiopien seine Truppen aus dem Nachbarland abgezogen hat. Ein aus Warlord-Vertretern zusammengesetztes "Übergangsparlament" soll am 26. Jänner einen neuen Staatschef küren. Das ostafrikanische Bürgerkriegsland ist seit dem Sturz der Diktatur von General Mohammed Siad Barre 1991 ohne funktionierende Zentralregierung.

Rückkehr

Der 2006 von der äthiopischen Armee vertriebene somalische Islamistenführer Sheikh Sharif Sheikh Ahmed ist am vergangenen Sonntag an der Spitze der im Exil in Eritrea gegründeten "Allianz für die Wiederbefreiung Somalias" im Triumph nach Mogadischu zurückgekehrt. Die Äthiopier hatten am Donnerstag vergangener Woche ihren Abzug aus der somalischen Hauptstadt abgeschlossen. Nach dem von Kämpfen und Zusammenstößen begleiteten Abzug kam es zu Freudenfesten der Bevölkerung.

Zu Gefechten kam es am Mittwochabend im Stadtteil Madina von Mogadischu zwischen Islamisten und Soldaten der Übergangsregierung. Letztere bezeichnete der Islamistenchef Sheikh Mohammed Ibrahim als "Lakaien der Feinde Gottes", denen eine Niederlage bereitet worden sei. (APA)

 

Share if you care.