Wortlautauszüge von Obamas Antrittsrede als 44. US-Präsident

20. Jänner 2009, 19:45
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Appell zu Neuanfang - Demut und Dankbarkeit gegenüber "lieben Landleuten"

Washington - In seiner Antrittsrede als neuer Präsident der USA hat Barack Obama seinen Landsleuten Mut zugesprochen, gemeinsam mit ihm die schweren wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen. Zugleich bekannte sich Obama zur Entwicklung alternativer Energieformen, einer Verbesserung des Gesundheitssystems und zu einem Truppenabzug aus dem Irak. Der Wortlaut von Auszügen der Rede nach einer inoffiziellen Übersetzung der Nachrichtenagentur AP:

"Meine lieben Landsleute, ich stehe hier heute demütig angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, dankbar wegen des Vertrauens, das ihr mir gewährt habt und eingedenk der Opfer unserer Vorfahren. ...

Dass wir mitten in einer Krise stecken, wird nun überall verstanden. Unsere Nation befindet sich im Krieg gegen ein weit gespanntes Netz der Gewalt und des Hasses. Unsere Wirtschaft ist schwer geschwächt - als Folge von Habgier und Unverantwortlichkeit auf Seiten einiger, aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf eine neue Ära vorzubereiten. Häuser wurden verloren, Arbeitsplätze abgebaut, Unternehmen geschlossen. Unser Gesundheitssystem ist zu kostspielig, zu viele unserer Schule versagen, und jeder Tag bringt weitere Beweise, dass die Art, wie wir Energie verbrauchen, unsere Gegner stärkt und unseren Planeten bedroht...

Heute sage ich euch, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, real sind. Sie sind ernst, und es gibt viele von ihnen. Wir werden sie weder mühelos noch in kurzer Zeit bewältigen. Aber das sollst du wissen, Amerika, sie werden bewältigt!

An diesem Tag haben wir uns versammelt, da wir Hoffnung über Angst, Einigkeit im Ziel über Konflikt und Zwietracht stellen. An diesem Tag sind wir gekommen, um das Ende von engstirnigen Klagen und falschen Versprechungen zu verkünden, von gegenseitigen Schuldzuweisungen und abgenutzten Dogmen, die viel zu lange unserer Politik die Luft abgeschnitten haben...

Überall, wohin wir schauen, ist Arbeit, die getan werden muss. Der Zustand der Wirtschaft verlangt Taten, kühn und schnell. Und wir werden handeln, nicht nur, um neue Jobs zu schaffen, sondern um eine neue Grundlage für Wachstum zu legen. Wir werden die Straßen und Brücken bauen, die Stromnetze und Digitalleitungen, die unseren Handel nähren und uns miteinander verbinden. Wir werden der Wissenschaft wieder den ihr zukommenden Platz zuweisen und die Wunder der Technik nutzen, um die Qualität des Gesundheitssystem zu steigern und ihre Kosten zu senken.

Wir werden die Sonne, den Wind und das Erdreich nutzbar machen, um unsere Autos und Fabriken anzutreiben. Und wir werden unsere Schulen, Fachhochschulen und Universitäten umwandeln, damit sie den Herausforderungen einer neuen Zeit gerecht werden. All das können wir schaffen. Und all das werden wir schaffen...

Wir werden damit beginnen, den Irak und seine Bevölkerung auf verantwortungsvolle Weise zu verlassen, und einen hart erkämpften Frieden in Afghanistan zu schließen. Mit alten Freunden und ehemaligen Feinden werden wir unermüdlich daran arbeiten, die atomare Gefahr zu verringern und das Schreckgespenst eines sich aufheizenden Planeten zu verbannen....

Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, mögen neu sein. Die Instrumente, mit denen wir sie meisten wollen, mögen ebenfall neu sein. Aber die Werte, von denen unser Erfolg abhängt - harte Arbeit und Ehrlichkeit, Mut und Fair-Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus - diese Dinge sind alt. Diese Dinge sind wahr ...

Mögen noch unsere Urenkel sagen, dass wir, als wir geprüft wurden, uns weigerten, diese Reise enden zu lassen. Dass wir nicht umgekehrt sind oder gewankt haben. Und dass wir mit Augen, die auf den Horizont und Gottes Gnade über uns gerichtet waren, dieses große Geschenk der Freiheit weitergetragen und sicher an künftige Generationen überreicht haben." (APA/AP)

 

 

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