Politischer Kopf seit Kindheitstagen

20. Jänner 2009, 19:20
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Robert L. Gibbs ist Präsident Barack Obamas Pressesprecher

Schon im Alter von fünf Jahren wurde "Bobby" Gibbs von seiner Mutter zu Sitzungen der "League of Women Voters" mitgenommen - auch um das Geld für den Babysitter zu sparen. Jahre später, während des jüngsten Hawaii-Urlaubs des neuen US-Präsidenten, konnte sich der neue Pressesprecher des Weißen Hauses selbst den Babysitter sparen: Barack und Michelle Obama schickten Gibbs und dessen Frau Mary Catherine in ein romantisches Restaurant und passten inzwischen auf deren fünfjährigen Sohn auf.

Robert L. Gibbs wurde 1971 in Alabama geboren. Seine Eltern arbeiteten an der örtlichen Uni-Bibliothek. Noch während seines Politikstudiums an der North Carolina State University wurde er selbst politisch tätig, zunächst für einen Abgeordneten, später als Pressesekretär für Senator Fritz Hollings.

Zu Beginn von Senator John Kerrys Wahlkampf arbeitete Gibbs bereits als dessen Pressesekretär, kündigte aber im November 2003 aus Protest gegen die Entlassung eines Kollegen. Er wechselte zum aufstrebenden Star der Demokraten und half ihm bei seiner Senatswahl; seither war er stets an Obamas Seite und half ihm vor allem durch die erste, schwierige Zeit als junger und unerfahrener Senator. Die New York Times bezeichnet ihn als jenen Berater, der die meiste Zeit mit Obama verbracht hat.

Als Obama seine Präsidentschaftskandidatur erklärte, war Gibbs der logische Kommunikationsdirektor. Der 37-Jährige ist bekannt und sogar berüchtigt für seine aggressive Pressearbeit. Manche in der Partei haben ihm die Vehemenz, mit der er einst gegen Kerrys Rivalen Howard Dean opponierte, noch immer nicht verziehen.

Aber für Obama war seine Fähigkeit, sofort auf Angriffe zu reagieren, Goldes wert. Effektiv wehrte er sich gegen alle bösen Gerüchte, etwa dass Obama ein Muslim sei. Berühmt wurde seine Konfrontation mit dem rechten Talkshow-Star Sean Hannity von Fox News: Hannity hatte Obama wegen seiner Bekanntschaft mit dem Ex-Terroristen Bill Ayers implizit Radikalismus vorgeworfen. Gibbs konterte, er nehme nicht an, dass Hannity selbst antisemitisch sei, bloß weil er den Antisemiten Andy Martin interviewt hatte.

Wie alle Mitarbeiter Obamas ist auch Gibbs ein Workaholic - und ebenso wie der Rest vom Team einer, der Geheimnisse gut bewahren kann. Am Podium des Weißen Hauses, das Aushängeschild für jede US-Regierung, wird Gibbs als Pressesprecher viel gute Stimmung machen, aber mit Sicherheit keine Fragen beantworten, die er nicht beantworten will. (Susi Schneider/DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2009)

 

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    Robert Gibbs, Pressesprecher

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