Grundwehrdiener fallen auf

20. Jänner 2009, 19:02
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Routinetests bei Soldaten zeigen zivile "Erfahrungen" - Oberstarzt: Es wäre schlecht, wenn ein Panzerfahrer bekifft durch die Gegend fährt

Wien - "Jedem Soldaten muss klar sein, dass wir im Bundesheer eine drogenfreie Zone sein wollen - und dass wir das auch durchsetzen", sagt Oberstarzt Harald Harbich zu den Meldungen, denen zufolge in den österreichischen Streitkräften "bis zu 15 Prozent" Suchtgiftkonsumenten dienten. Die Gratiszeitung Heute hat dies auf 4500 Soldaten hochgerechnet.

Urintest nur bei Verdacht

Harbich relativiert: Einem Urintest - der Aufschluss über Cannabiskonsum in den vergangenen 72 Stunden gibt - werden Soldaten nur bei Verdacht (etwa dem typischen Geruch in einer Unterkunft) oder vor der Ausbildung für "gefahrengeneigte Funktionen" unterzogen. Darunter versteht man Wachdienst, aber auch jegliche Art von Kraftfahrdienst: "Es wäre schlecht, wenn ein Panzerfahrer bekifft durch die Gegend fährt", sagt Harbich. Besonders intensiv getestet werden Soldaten vor und während Auslandseinsätzen - wer bei diesen sehr gut bezahlten Jobs als Suchtgiftkonsument erwischt wird, muss mit erheblichen finanziellen Konsequenzen rechnen.

Heeres-Pressesprecher Michael Bauer verweist darauf, dass es in der Altersgruppe der Grundwehrdiener generell einen gewissen Prozentsatz an Suchtgiftkonsumenten gibt - "nur bei uns fallen sie auf". Und wenn die Soldaten die Uniform ablegen, sind sie Zivilisten wie ihre Altersgenossen. (Conrad Seidl, DER STANDARD - Printausgabe, 21. Jänner 2009)

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