
Wenn es ums Geld geht, sind Affen ähnlich unvernünftig wie wir, fand die Psychologin Laurie Santos anhand mehrerer gewiefter Experimente heraus.
Vor Kapuzineraffen sind alle M&Ms gleich. Die bunten Schokoladebonbons mit Erdnusskern sind ein beliebter Leckerbissen. Die Farbe kümmerte sie wenig - ehe die Psychologin Laurie Santos von der Yale University einige der Affen vor die Wahl stellte: Das blaue Bonbon oder das rote? Gierig entschieden sie sich für das rote, und weg war das M&M ihrer Wahl.
Dann geschah etwas Sonderbares: Die Affen begannen, das zunächst spontan zurückgewiesene M&M auch in anderen Fällen rigoros abzulehnen: Die mittelgroßen Primaten waren von ihrer zunächst willkürliche Entscheidung mit einem Mal überzeugt.
Unerforschte Unvernunft
Praktische Unvernunft bei Affen war bisher kaum ein Thema in der Verhaltensforschung - auch wenn Ähnliches vom Menschen längst bekannt war. Stattdessen studierten Primatologen an Affen gezielt das, was sie auch an sich selbst schätzten: Intelligenz, kommunikative Fähigkeiten oder Werkzeuggebrauch.
Seit einigen Jahren jedoch wirft Laurie Santos einen weit weniger rosigen Blick in den Spiegel der Primaten. Und was stellt sich heraus? Kapuzineraffen sind ebenso dumm wie wir. Mehr noch: Sie sind es vor allem dann, wenn es ums Geld geht.
Bei dem M&M-Experiment, das Santos' Gruppe vor zwei Jahren durchführte, liegt die Antwort nahe. Einmal getroffene Entscheidungen interpretiert der Mensch oft so, dass sie rückwirkend Sinn ergeben - selbst, wenn die Gründe dafür frei erfunden sind. Siehe George W. Bush, der den Einmarsch in den Irak rechtfertigte, auch wenn sich dort keine Massenvernichtungswaffen auftreiben ließen.
Der klassische Weg, menschliches Entscheidungsverhalten zu testen, ist Geld. Die meiste Zeit verhält sich der Mensch im Umgang mit Finanzen durchaus rational. Doch erscheinen die Folgen unsicher, gerät das Denken ins Schlingern.
Nicht anders ergeht es Kapuzineraffen. In Experimenten begreifen die Primaten rasch den universellen Tauschwert kleiner runder Metallscheiben, wie Verhaltensforscher herausgefunden haben. Sie verstehen auch, dass verschiedene Münzen unterschiedliche Kaufkraft haben können.
Von der Rationalität ...
Santos testete gemeinsam mit Yale-Kollegen zunächst, ob die Kapuzineraffen das ökonomische Prinzip hinter dem Spielgeld verstanden hatten. Sie führten eine Rabattaktion durch. Kaum hatten die Äffchen bemerkt, dass es Apfelschnitze bei einem Verkäufer zum halben Preis gab, standen sie dort Schlange. Die von einem zweiten Experimentator regulär angebotene Ware blieb liegen. Die Kapuzineräffchen verhielten sich also völlig rational.
Dann kamen aber die Härtetests: In einem Experiment offerierte ein Mitarbeiter Santos' stets zwei, ein anderer nur eine Weintraube. Doch als es zur Transaktion kam, behielt der Erste etwa jedes zweite Mal eine Traube zurück, wohingegen der andere ebenso oft eine zweite Traube obendrauf spendierte. Im Schnitt bekamen die Affen von beiden letztlich die gleiche Menge. Doch die Kapuzineraffen zogen rasch den Händler vor, der ihnen von vornherein einen Bonus gab.
Die Angst vor Verlust erklärt auch den aus der Ökonomie bekannten "Besitztumseffekt". Auch Primaten, so zeigten Experimente, schätzen den Wert einer Sache, die sich in ihrem Besitz befindet, höher ein als den Wert eines Objekts, das ihnen nicht gehört. Verkaufs- und Kaufpreis fallen auseinander. Für sich genommen ergibt die Asymmetrie keinen Sinn. Aber offenbar wollen wir - und Affen -, was wir einmal haben, ungern aus den Händen geben; so steigt der subjektive Wert des Eigentums.
Santos und andere Forscher können über die tieferen evolutionären Gründe für diese und andere Irrwege des Denkens nur spekulieren. Sie reichen vom feinen Sensorium für Betrüger bis zur Notwendigkeit, in Krisenzeiten Risiken einzugehen.
... zurück zu den Denkfehlern
Die evolutionsgeschichtlichen Wurzeln des fehlerhaften Denkens reichen jedenfalls tief. Schließlich trennte sich der Stammbaum des Menschen von dem des Kapuzineräffchens bereits vor 35 Millionen Jahren. Deshalb ist es wahrscheinlich illusorisch, dass sich die verzerrte Wahrnehmung bestimmter Entscheidungen je leicht korrigieren ließe.
"Wir nützen diese Eigenheiten ohnehin gekonnt", sagt Santos. "Wir erhalten einen Strafzettel für Falschparken, was uns schmerzt, obwohl die Summe relativ zu unserem Vermögen womöglich ein Klacks ist. Und das nächste Mal fahren wir wieder ins Parkhaus." (Hubertus Breuer aus New Haven, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. Jänner 2009)
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Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Die Affen haben durchschaut, dass sie dem Menschen Irrationalität vorspielen müssen, um weitere Experimente zu provozieren. Dadurch kommen die Affen weiterhin zu ihren Apfelschnitzen. Der Affe hat den Menschen damit erfolgreich dressiert und lässt ihn für sich arbeiten.
Warum bauen die Affen kein eigenes ökonomisches System auf wie die Menschen? Weil sie eben nicht so blöd sind, ihre Zeit mit raffen und arbeiten zu verbringen. Da dressieren sie lieber die Menschen dazu.
Wenn ich mir eine Modellvorstellung von den Läufen des Lebens mache, und diese für besser halte, dann erscheint das Leben vergleichsweise schlecht, fehlerhaft, irrational.
Wenn ich die Prioritäten umdrehe, komme ich zur Erkenntniss, wie unnatürlich und weltfremd die Modelle der Wissenschaftler so sind, wie dumm die Rationalität doch ist.
Projektionen, so oder so. A propos, ist der Titel nicht fein?
Wielange hat es gedauert bist ein Affe dem anderen seine Metallplättchen geborgt hat und dafür nur den Gegenwert eines Apfelspeigerls am Tag wollte und die Schuld des einen Affen an einen anderen für nur 20 Apfelspeigerl verkauft hat?
10 Speigerl gratis hergegeben und den einen Verkäufer ruiniert hat, mit den 10 anderen beim anderen Verkäufer eingestiegen ist und dann als Monopolist den Preis verdreifacht hat und aufgrund dieses Preisanstiges die Inflation gestiegen ist und daher doch leider für den Kredit 10 Metallplatterl pro Tag verlangen musste, der Kreditnehmer sich daher wo anders etwas ausleihen musste, dieser Kreditgeber die Schuld wieder an den ersten Kreditgeber verkaufte und am Schluss alle an virtuellen Speigerl verhungert sind
Wenn Affen menschlich sind, weil sie irren, dann trifft das sicherlich auch auf Sackratten, Hirsche und Stinktiere zu. Also wenn ich nun lange genug den Marder studiere in seinem Verhalten, wie er mir genüßlich in den Dachboden pisst, dann kann ich Aussagen über meine eigenen Artgenossen herleiten?
Wer finanziert sowas?
hat man ein experiment (s.o.) gefunden, in dem affen und menschen sich gleich verhalten, dann kan man folgendes gewinnen:
Da man die lizenz affen aufzuschneiden leichter bekommt, als die lizenz menschen aufzuschneiden, kann man während des affenexperiments wichtige daten aus dem inneren des affengehirs bekommen. Da sich mensch und affe beim gegebenen exp. gleich verhalten, kann man von diesen affendaten auf das menschl. gehirn extrapolieren.
der sinn des ganzen? wer weiss; aber was war der sinn von den ganzen quantenexperimenten der letzen 90 jahre...?
Schnäppchenjäger am Wühltisch...
Interessant, wenn Affen Schlange stehen.
Erinnert mich ein bisschen an den Affen mit den Wurfpfeilen, der regelmäßig eine bessere Performance als die Börsenprofis erzielte.
Wahrscheinlich konnte der 1. gut Wurfpfeilschießen und 2. kannte sich am Aktienmarkt aus.
Ich halte es mit Ihrer obigen Aussage und respektiere die Würde von pontifikalem Leben fast genausosehr, wie die, von plathelminthidischem (plattwürmischem).
Das "fast" nur desswegen, weil definiv von einem Plattwurm weiss, der sich total geirrt hat (war ihm auch extrem peinlich, als er sich eingebildet hätte, er wäre ein Regenwurm - durch die Körperröte aufgrund Peinlichkeit sahr er dann kurz auch fast so aus, nur kleiner und platt) und der daher wohl gewisse Intelligenz haben dürfte, was ich bei zweiteren noch nicht beobachten konnte.
Fliessender Schattierungsübergang von Kardinalspurpur zu Papstweiss (während der Entpeinlichungsphase).
Könnte hier ein tieferer Symbolismus sein? Es ist kirchenhierarchisch urpeinlich, wenn man es nur zum Kardinal (purpur), nicht aber zum Papst (weiss) geschafft hat?
Und normale Priester ärgern sich sowieso schwarz, ob ihrer Subalternität?
Ihre Farbschilderungen erinnern mich an gewisse Süßspeisen, aber ich krieg den antiklerikalen Dreh daraus insoweit im Moment nicht hin.
Ansonsten bewundere ich wieder einmal die psychologische Rafinesse der Kirche. Mag der Subalternpriester (falls hier jemand Sinn für solche Scherze hat: gentlemen prefer to lie to prelates) sich auch normalerweise schwarz ärgern, wenigstens einmal in der Woche darf er doch seine unscheinbare Puppenhülle ablegen und schmetterlingshaft in prächtige Gewänder gehüllt den Mittelpunkt einer festlichen Performance mit Sprechchören und Gesang bilden. Eine Paarung findet dabei allerdings nicht statt.
Bitte mich keinesfalls falsch zu verstehen: ich habe absolut nichts gegen diverse Kirchen oder die hominidentypische und wenig sapiente Tendez zu irrationalem Glauben.
Hätte ich was gegen Kirche und Aberglaube/Götterglaube - so was richtig effizientes, hochwirksames, erleuchtendes - dann hätte ich es schon längst zum Einsatz gebracht.
Hominiden sind allerdings gegen das einzig mir bekannte wirksame Mittel (Ratio) größtenteils immun.
Auch anerkenne ich gerne die unglaubliche Brillianz einer, durch klerikale Eliten auf blindem Glauben aufgebauten, Machterhaltungsstrategie. So kosteneffizient zu Führen und Dominieren ist genial (man gibt ja nichts retour als blödsinnige Theorien und schöne Worte und eine fade Show)!
Bisher waren mir nur scheiternde Hunde bekannt.
http://books.google.de/books?id=... &ct=result
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