Bankenaufsicht mahnt Krisenmanagement im Osten ein

20. Jänner 2009, 20:22
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Wien - Die Finanzkrise ist im Osten angekommen, daher sei "das Krisenmanagement in Osteuropa derzeit die größte Herausforderung", sagte Helmut Ettl, Vorstand der Finanzmarktaufsicht. 228 Mrd. Euro (rund 68 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts) haben österreichische Banken an Krediten in Osteuropa ausständig.

Das ist im internationalen Vergleich ein Spitzenrang: Die Österreicher kommen auf knapp 20 Prozent des Gesamt-Exposures der EU-Banken, die es zusammen auf 1,54 Billionen Dollar Kreditsumme in der Region bringen. Deutschland kommt auf 15,8 Prozent. In einer "gemeinsamen Kraftanstrengung" soll das Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft in Osteuropa eingedämmt werden.

Die Aufsicht selbst will künftig stärker durchgreifen und in einem nächsten Schritt mehr Einblick in Stiftungen und Off-Shore-Gesellschaften (SPVS). Die Papiere in den SPVS müssten laut FMA-Vorstand Kurt Pribil in die Bilanzen der Banken aufgenommen und damit dem Risikomanagement unterworfen werden. Derzeit hätten die heimischen Banken Papiere in einer Höhe von mehreren Milliarden in SPVS liegen. Als gefährlich (weil daraus Haftungen entstehen könnten) stuft die FMA diese Papiere derzeit aber nicht ein. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.1.2009)

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