Neuartiges Material schützt vor hohem Frequenzbereich

24. Jänner 2009, 17:57
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Günstiger Anstrich kann Elektronik vor zukünftiger Technologie schützen

Tokio - Über kurz oder lang dürften hohe Übertragungsfrequenzen jenseits von 100 GHz für die schnelle drahtlose Kommunikation zum Einsatz kommen. Das bedeutet aber neue Gefahren für empfindliche elektronische Geräte beispielsweise in Spitälern, die mit bisherigen Methoden nicht mehr vor den elektromagnetischen Wellen geschützt werden können. "Einen geeigneten elektromagnetischen Wellenabsorber für den Mikrowellen-Bereich zu finden, ist daher eine dringliche Sache", so ein Forscherteam der University of Tokyo.

Ein neuartiges Aluminium-Eisen-Oxid

Als Lösung stellen die Wissenschaftler im "Journal of the American Chemical Society" ein neuartiges Aluminium-Eisen-Oxid vor, das bei Raumtemperatur eine Abschirmung von Frequenzen bis zu 182 GHz ermöglicht. Es verspricht also schon jetzt die Möglichkeit, Elektronik sinnvoll gegen die elektromagnetische Strahlung von Kommunikationstechnologien der näheren Zukunft abzuschirmen.

Das Material setzt darauf, dass es bei bestimmten Frequenzen zu einer Resonanz des Magnetfelds des Materials mit der elektromagnetischen Welle kommt - eine schon länger bekannte Methode. Auch aktuelle Abschirmungen nutzen das Prinzip, doch die derzeit übliche Beschichtung - ein eisenreiches Oxid, das auch Barium enthält - funktioniert nur bis etwa 48 GHz, berichtet das Wissenschaftsmagazin "NewScientist".

Frequenzbereich

Das Tokioter Team um Shin-ichi Ohkoshi hat nun ein Aluminium-Eisen-Oxid entdeckt, das mit mehreren Resonanzfrequenzen von 112 bis 182 GHz zur Abschirmung in diesem hohen Frequenzbereich geeignet ist. Weitere Forschungen könnten auch zu Metalloxiden führen, die Wellen noch höherer Frequenzen absorbieren, glauben die Wissenschaftler.

Partikel des neuen Materials könnten in einem Anstrich zum Einsatz kommen, der empfindliche Geräte beispielsweise in der Medizin, in Laboren oder in Flugzeugen abschirmt, so Ohkoshi. Da sowohl Aluminium als auch Eisen relativ häufige Elemente sind, wäre die Produktion relativ günstig. "Die Herstellungskosten sind sehr gering - etwa zehn Pfund pro Kilo", so Ohkoshi zum Preis der 100-Kilogramm-Testbestellung (umgerechnet etwa 10,8 Euro pro Kilo). (pte/red)

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