Rohstoffpreise managen

20. Jänner 2009, 16:24
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Strategische Maßnah­men und Absicherungs­instrumente sollen Sicherheit bringen

Wien - Die weltweite Finanzkrise lässt die Preise bei wichtigen Rohstoffen weiter sinken. Unternehmen können diese Phase nutzen, um sich für die Zeit danach zu rüsten. Ziehen die Preise wieder an, ist der Zeitpunkt für eine Kursabsicherung bei weitem nicht mehr ideal. Man betrachte den Rohölpreis. Von über 140 Dollar im vorigen Sommer auf einiges unter 40 Dollar in der Gegenwart fiel der Preis für das schwarze Gold. Jetzt komme es wohl darauf an, wie lange die Finanzkrise anhalte, sagt Energieexperte Florian Haslauer von AT Kearney Österreich."Vermutlich wird der Rohölpreis in den nächsten Monaten eher niedrig bleiben." Langfristig bleibe die steigende Preistendenz für Öl und Gas weiter aufrecht, weil die Ressourcen begrenzt seien. "Wahrscheinlich sehen wir 2012 die Preise wieder dort, wo wir sie schon gesehen haben."

Nicht viel entspannter als der Rohölmarkt zeigten sich im vergangenen Jahr die Metallmärkte. Der Preis für Kupfer etwa bewegte sich im Zwölf-Monats-Zeitraum in einer Spanne zwischen 6270 und 9000 Dollar je Tonne. Auf die starken Preisschübe an den Rohstoffmärkten folgen immer wieder kräftige Gegenbewegungen nach unten. Für Sicherheit in der Kalkulationsrechnung ist damit nicht gesorgt. Was also tun?

Schutz gegen Bocksprünge

Eine Möglichkeit, um sich gegen unliebsame Bocksprünge bei den Rohstoffpreisen zu schützen, sind die von Banken angebotenen Instrumente zur Preisabsicherung. Vereinbarungen, die einen festen Preis für einen bestimmten Zeitraum garantieren, gehören dazu ebenso wie Optionsgeschäfte, mittels derer man sich gegen das Überschreiten bestimmter Preisobergrenzen absichert. Wer wann solche Instrumente einsetzen kann und soll, ist im Einzelfall zu prüfen. Denn sinnvoll ist der Einsatz dann, wenn der Risikoschutz den für die Absicherung geforderten Preis rechtfertigt. Das heißt, zu prüfen wird sein, wie sich Preisschwankungen der in der Fima eingesetzten Rohstoffe auf den Nettoertrag auswirken. Wer viel Energie verbraucht oder wenn die Fertigungsprozesse eine große Bedeutung haben, der kann jedenfalls eine Kosten-Nutzen-Rechnung in Erwägung ziehen.

Hoher Aufwand

Die kann allerdings ziemlich aufwändig ausfallen. Ohnedies ist der Bedarf an Absicherung von vielen Faktoren wie Preisvereinbarungen in den gültigen Lieferverträgen, von der Einschätzung der Entwicklung der relevanten Rohstoffmärkte abhängig. Und die Analyse des Risikos ist ebenfalls häufig mit erheblichem Aufwand verbunden. So schlagen sich Preisveränderungen von Rohstoffen bei manchen Vorprodukten vielleicht erst mit zeitlicher Verzögerung nieder. Für viele Rohstoffe wiederum sind die für ein Unternehmen repräsentativen Indizes und Notierungen mit relativ hohem Aufwand festzustellen. (red)

 

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