Verkettete Schicksale in Bukarest

20. Jänner 2009, 14:57
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Die Erstaufführung des Stücks "Bucharest Calling" im Dschungel Wien

Wien - Am 15. Jänner fand im Dschungel Wien anlässlich des Projekts "Romania 20 Years After" die deutschsprachige Erstaufführung des Jugendtheaterstücks "Bucharest Calling" des rumänischen Autors Peca Stefan unter der Regie von Marius Schiener mit dem "Ensemble Europa" statt.

Der 24-jährige Andrei leidet unter dem Tod seiner Frau. Alex' Karriere als Moderator der Radioshow "Bucharest Calling" ist vom Aus bedroht. Die Prostituierte Iulia träumt davon, Schauspielerin zu werden, Pall Mall ist ihr Zuhälter und Katia will dem Leiden ihrer Familie ein Ende bereiten, indem sie ihre Mutter tötet.

Wodurch diese fünf Schicksale zusammenhängen, bleibt anfangs verborgen, doch zunehmend zeigt sich, wie eng verknüpft sie sind.

Der Witwer Andrei ist der jüngere Bruder des Moderators Alex. Andrei hatte diesen mit seiner Frau bestohlen und war mit ihr durchgebrannt. Nach ihrem Tod kommt er mit Katia zusammen, die Schwester der Prostituierten Iulia. Diese stößt auf Alex, auch sie verlieben sich sofort.

Als der Zuhälter Pall Mall und Andrei aufeinandertreffen, bedroht ihn der Witwer und nimmt ihm 60.000 Euro ab. Daraufhin muss Pall Mall bei Iulia untertauchen, denn er hat kein Geld mehr, um seine Schulden zu zahlen.

Iulia könnte in einem Porno mitspielen, der ihr zu Visa verhelfen würde, um mit ihrer Familie nach Amerika auszuwandern. Für die Heirat, die für ein Visum notwendig wäre, schenkt Andrei Iulia die 60.000 Euro, als Wiedergutmachung für das Geld, das er von seinem Bruder einst gestohlen hatte.

Inzwischen bittet Katia den Zuhälter, ihre kranke Mutter umzubringen, doch diese wird gesund, ohne dass Katia davon weiß. Pall Mall tötet sie.

"Bucharest Calling" ist sehr intensiv, die Inszenierung mit wenig Requisiten greift auf eine starke Symbolik zurück. (bsb/DER STANDARD Printausgabe, 20. Jänner 2009)

  • "Was bedeutet der Kommunismus für mich?", war die Frage, die junge Rumänen mit Bildern beleuchteten. Die Ausstellung tourt durchEuropa.
    foto: rumänisches kulturinstitut

    "Was bedeutet der Kommunismus für mich?", war die Frage, die junge Rumänen mit Bildern beleuchteten. Die Ausstellung tourt durch
    Europa.

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