Von Tier zu Mensch

20. Jänner 2009, 15:38
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14,2 Prozent mehr Darminfektionen durch Campylobacter in der EU - Salmonellen weiter rückläufig

Parma - Eine Infektion mit dem Durchfallerreger Campylobacter bleibt EU-weit die häufigste von Tieren auf Menschen übertragene Krankheit. Die Zahl der 2007 gemeldeten Salmonellen-Infektionen zeigt sich weiterhin rückläufig. Das berichtet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in ihrem heute veröffentlichten Jahresreport über Zoonosen, Erkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Geflügel, keine Eier

Konkret sind 2007 um 14,2 Prozent mehr Campylobacter induzierte Darminfektionen zu verzeichnen, als im Jahr davor. Der bakterielle Erreger ist im Darm vieler Säugetiere und Vögel sehr verbreitet. Die Tiere selbst erkranken in der Regel jedoch nicht. Auf den Menschen überträgt sich der Erreger beispielsweise durch den Verzehr kontaminierter Geflügelprodukte. Eier sind keine Infektionsquellen. Klinisch zeigen die betroffenen Patienten Symptome, wie Durchfall und Erbrechen. In seltenen Fällen kommte es in Folge der Campylobacterinfektion zu einem Guillain-Barré-Syndrom, einer schwerwiegenden Erkrankung des peripheren Nervensystems.

Gehirnhautentzündung durch Listerien

Ebenfalls besorgniserregend ist die Anzahl der Listeriosefälle in den vergangenen beiden Jahren. Ungefähr 1500 Fälle wurden 2006, wie auch 2007 jeweils registriert. Neben einer Darminfektion verursacht dieser bakterielle Erreger bei Tier und Mensch auch eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute. Tödliche Ausgänge sind vor allem bei älteren Menschen und Schwangeren häufig.

Auf Geflügel verzichten

Um die Risiken zu verringern, empfiehlt die EFSA, Hühnchen und anderes Fleisch gar zu kochen und auf Hygiene in der Küche zu achten. Die EFSA mit Sitz im italienischen Parma gibt seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) einen Bericht zum Thema Zoonosen heraus. (APA/dpa/red)

 

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    Geflügelprodukte sind als Quellen bakterieller Infektionen besonders häufig

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