Sat.1-Mannschaft streikt und geht auf die Straße

20. Jänner 2009, 14:37
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Belegschaft protestiert gegen finanzielle Bedingungen, die nach dem Umzug nach München ausverhandelt werden

Berlin - Beschäftigte der ProSiebenSat.1-Gruppe in Berlin sind am Dienstag in einen 36-stündigen Streik getreten und auf die Straße gegangen. Sie zogen nach einer Betriebsversammlung in der Friedrichstraße über den Gendarmenmarkt zu einer Protestkundgebung am Firmensitz in der Jägerstraße. Nach Angaben der Gewerkschaften und des Betriebsrates ist die zentrale Forderung der Abschluss eines Sozial-Tarifvertrages im Zusammenhang mit dem geplanten Umzug des Senders Sat.1 von Berlin nach München zum 30. Juni 2009.

"Es geht um finanzielle Bedingungen sowohl für ausscheidende Mitarbeiter, die nicht nach München ziehen können, als auch für diejenigen, die einen neuen Arbeitsplatz bekommen", betonten die Gewerkschaften. "Wir wollen faire Bedingungen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Ryszard Podkalicki der dpa dazu. Zum Streik aufgerufen worden seien nicht nur die Gewerkschaftsmitglieder, sondern alle Beschäftigten sowie freie Journalisten, Leiharbeitnehmer und Auszubildende, betonten der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Die Sprecherin von Sat.1 in Berlin, Kristina Faßler, betonte, die Firmengruppe habe ihre Bereitschaft zum Dialog bekräftigt und keineswegs Verhandlungen abgebrochen, wie behauptet werde. Sie biete den betroffenen Mitarbeitern Abfindungen oder Regelungen für eine Weiterbeschäftigung in anderen Betriebsteilen "weit über das gesetzliche Maß hinaus" an. In Berlin beschäftigt die Sendergruppe laut ihren Angaben rund 1.000 Mitarbeiter, darunter bei Sat.1 in der Jägerstraße und N24 am Potsdamer Platz. Auf einen Streik sei man vorbereitet, betonte Faßler. "Unser Ziel ist es, die Sendeleistung weitgehend sicherzustellen ohne gravierende Ausfälle." (APA/dpa)

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