Beim Zahnarztbesuch eine Villa gewonnen

20. Jänner 2009, 16:06
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In Klagenfurt fand unter großem Medienandrang die erste österreichische Hausverlosung statt

Die Verlosung der Klagenfurter "99-Euro-Villa" hat am Dienstag in einem Klagenfurter Cafe einen großen Medienandrang ausgelöst. Zahlreiche Kamerateams und Journalisten drängten sich im Gastraum des Café Lustgarten.

Die Besitzerin der Villa, Traude Daniel, hatte sich entschlossen, ihr Haus zu verlosen. Beim Versuch, es regulär zu verkaufen, konnte sie keinen adäquaten Preis erzielen. So wurden 9.999 Lose zum Preis von je 99 Euro via Internet verkauft.

Gewinner beim Zahnarzt

Um 14:15 Uhr wurde die Verlosung abgehalten, als "Glücksengerl" fungierte dabei die ehemalige Miss Styria, Brenda Kuttnig.

Als der glückliche Gewinner - Walter E. aus St. Andrä im Gurktal - informiert wurde, befand er sich ersten Informationen zufolge gerade beim Zahnarzt. Als Notar Stefan Lindner bei der angegebenen Telefonnummer anrief, meldete sich die Ehefrau des Gewinners. "Ihr Mann hat ja bei einer Verlosung mitgemacht", meinte der Notar, woraufhin sie erklärte: "Sie meinen jetzt aber nicht die Hausverlosung, oder?".

Die Nachricht, dass man das Haus gewonnen habe, wurde dann mit "Ein Wahnsinn!" quittiert.

Ein Anruf beim Zahnarzt verlief ergebnislos, der 50-jährige Gewinner saß gerade im Behandlungssessel und konnte dort nicht weg. Wenig später erreichte der Notar den Sieger doch noch, der ohne große Emotion feststellte: "Das darf ja nicht wahr sein." Ob die Gewinner nach Klagenfurt übersiedeln werden, war vorerst unklar.

Eine halbe Million mehr eingezahlt

Das Interesse übertraf die Erwartungen bei weitem, rund 15.000 Menschen zahlten den Lospreis ein. Jene Bewerber, die nicht zum Zug gekommen waren, erhielten ihr Geld zurück, insgesamt wurde eine halbe Million Euro rücküberwiesen.

Die Verkaufsaktion hatte ein Notariatsbüro übernommen, ebenso wie die Verlosung. Die Form der Veräußerung hat auch bereits zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen. Inzwischen sind mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Illegal könnte die Verlosung sein, wenn die Verkäuferin dabei mehr einnimmt als die Immobilie wert ist. Der Notar verweist aber auf ein Gutachten, wonach das Haus der Familie Daniel 836.000 Euro wert ist.

Die Einnahmen aus dem Losverkauf sind zwar höher, nach Abzug der Unkosten bleibe aber ein deutlich niedrigerer Betrag übrig, so der Jurist. Daher sehe er rechtlich überhaupt keine Probleme. (APA/red)

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