Die Verlosung der Klagenfurter "99-Euro-Villa" hat am Dienstag in einem Klagenfurter Cafe einen großen Medienandrang ausgelöst. Zahlreiche Kamerateams und Journalisten drängten sich im Gastraum des Café Lustgarten.
Die Besitzerin der Villa, Traude Daniel, hatte sich entschlossen, ihr Haus zu verlosen. Beim Versuch, es regulär zu verkaufen, konnte sie keinen adäquaten Preis erzielen. So wurden 9.999 Lose zum Preis von je 99 Euro via Internet verkauft.
Gewinner beim Zahnarzt
Um 14:15 Uhr wurde die Verlosung abgehalten, als "Glücksengerl" fungierte dabei die ehemalige Miss Styria, Brenda Kuttnig.
Als der glückliche Gewinner - Walter E. aus St. Andrä im Gurktal - informiert wurde, befand er sich ersten Informationen zufolge gerade beim Zahnarzt. Als Notar Stefan Lindner bei der angegebenen Telefonnummer anrief, meldete sich die Ehefrau des Gewinners. "Ihr Mann hat ja bei einer Verlosung mitgemacht", meinte der Notar, woraufhin sie erklärte: "Sie meinen jetzt aber nicht die Hausverlosung, oder?".
Die Nachricht, dass man das Haus gewonnen habe, wurde dann mit "Ein Wahnsinn!" quittiert.
Ein Anruf beim Zahnarzt verlief ergebnislos, der 50-jährige Gewinner saß gerade im Behandlungssessel und konnte dort nicht weg. Wenig später erreichte der Notar den Sieger doch noch, der ohne große Emotion feststellte: "Das darf ja nicht wahr sein." Ob die Gewinner nach Klagenfurt übersiedeln werden, war vorerst unklar.
Eine halbe Million mehr eingezahlt
Das Interesse übertraf die Erwartungen bei weitem, rund 15.000 Menschen zahlten den Lospreis ein. Jene Bewerber, die nicht zum Zug gekommen waren, erhielten ihr Geld zurück, insgesamt wurde eine halbe Million Euro rücküberwiesen.
Die Verkaufsaktion hatte ein Notariatsbüro übernommen, ebenso wie die Verlosung. Die Form der Veräußerung hat auch bereits zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen. Inzwischen sind mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Illegal könnte die Verlosung sein, wenn die Verkäuferin dabei mehr einnimmt als die Immobilie wert ist. Der Notar verweist aber auf ein Gutachten, wonach das Haus der Familie Daniel 836.000 Euro wert ist.
Die Einnahmen aus dem Losverkauf sind zwar höher, nach Abzug der Unkosten bleibe aber ein deutlich niedrigerer Betrag übrig, so der Jurist. Daher sehe er rechtlich überhaupt keine Probleme. (APA/red)
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auf www.hauszuverlosen.at gibt es eine Villa und sogar ein Lokal zu gewinnen.
Wobei das mit der Lokal ja auch in Mode kommt, aber da ist die Zielgruppe ja gewaltig klein.
Wenn sie schon auf normalem Weg keinen Käufer finden, dann viel Spaß dabei 15.000 Loskäufer aufzutreiben ;-)
zahlt natürlich die frau daniel. darum hat sie auch mehr lose verkauft, damit nach abzug aller steuern und sonstigen nebenkosten das überigbleibt, was die immobilie wert ist.
nun gibt es auch in wien das erste haus zum verlosen:
www.hausverlosung-wien.at
ich persönlich finde das eine super idee, sowohl für den verkäufer als auch für die loskäufer. lotto spiele ich nicht, aber ein paar lose werde ich schon kaufen, da ist die wahrscheinlichkeit viel größer zu gewinnen.
da muss ich in der schule mal gefehlt haben!
Sagen wir, sie kaufen sämtliche lose, dann ist die wahrscheinlichkeit 100% und damit der gesamte lospreis in diesem beispiel 989901 euronen! Ich würde es ihnen dringed empfehlen billiger zu bieten als der lospreis!
I brich å!
In Kärnten eine Zeitung aufzuschlagen ist derzeit eine Zumutung. Entweder es grinst Dir ein BZÖ-Gfris in einem vom Land Kärnten finanzierten Inserat entgegen oder ein abgehalfteter Häuslverloser.
Wann tut endlich der Gesetzgeber etwas?
Das Haus-Verlosen hat einen Haken, der meiner Meinung nach einer Verlosung nicht entsprechen darf: Erst wenn alle Lose verkauft sind, findet die Verlosung statt.
Wenn der Mitspieler ein von 9998:1 tragen muss, das Haus nicht zu gewinnen, sollte der Anbieter auch das Risiko tragen, dass nur 100 Leute ein Los kaufen. Willkommen in der Welt der Chancen und Risken!
eine goldene zahnbürste mit silbernen borsten - der materialwert ist klar, die goldschmiedstunden sind auch gut bewertbar, nur haben will das ding keiner. also gibts einen adäquaten preis, der aber nicht mit dem marktwert übereinstimmt...
wenn man das ganze dann noch als kunstobjekt bezeichnet, kann man noch das zehnfache verlangen. dann ist der preis vielleicht nicht mehr adäquat, findet aber käufer - irgendeinen kunstsammler wird man schon finden - und hat somit einen (10 mal so hohen) marktwert...
Sie haben meine Frage nicht verstanden. Es geht nicht darum, ob jemand den Kaufpreis "auf die Schnelle" aufbringen kann. Es geht darum, dass der Preis, der der Verkäuferin angemessen scheint, noch lange nicht angemessen sein muss. Es wird ja einen Grund haben, dass niemand bereit ist, den Kaufpreis zu zahlen. Manche Verkäufer (oder auch Vermieter) haben Vorstellungen, die nun wirklich beim besten Willen nichts mehr mit der Realität zu tun haben.
Man rechne: Hättens das Haus um 600.000,-- verkauft (weil teurer wollts ja mW niemand) könnt der Staat EUR 27.000,-- lukrieren; wirds um 1 Mio verlost kassiert der Staat aber EUR 165.000,--; Die Differenz ist für eine Verlosung ca. 1 Promille des Steuerausfalls durch Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer.
Warum wohl hat die Finanz die Ansicht die sie vertreiit? was sagt eigentlich der Finanzminister dazu? Und was die Justizministerin und ihr Kabinettschef (die ja beide vom fach sind)?
... Stereoanlagen, Bierkisten usw.
Hier wird rechtlicher Graubereich, oder sagen wir besser ein von den österreichischen Behörden nicht entsprechend exekutierter Rechtsbereich exploited. (ich verwende absichtlich dieses Wort aus der Computerspielsprache, da es das am besten beschreibt)
Bund, Länder, Gemeinden verdienen gut an Umgehungen des Monopols auf Kosten von Deppensteuerzahlern (Kleines Glücksspielgesetz, Kartencasinos und nun halt als Lotterie getarnte Verkäufe)
Daher wird nicht eingeschritten, obwohl sich jeder über die an den Haaren herbeigezogenen Begründungen seinen Teil denken kann :)
und dabei hat man wesentlich kleinere Chancen zu gewinnen.Wer sich über Hausverlosungen aufregt, soll mal nachdenken, ob er jemals Lotto od Toto gespielt hat.HIer kassieren die Lotterien und der Staat den Löwenanteil. Die Chance mit dem Flugzeug abzustürzen ist mathematisch gesehen wesentlich größer als ein Lottosechser - und trotzdem will niemand abstürzen und glaubt jeder gern an sein Glück.
ad "Die Chance mit dem Flugzeug abzustürzen ist mathematisch gesehen wesentlich größer als ein Lottosechser":
Deaths per billion journeys: 117 (wikipedia.org)
Das macht 117:1.000.000.000, oder ca. 1:8.547.000.
Zugegeben, nicht alle Abstürze enden tödlich, aber die Größenordnung ist hier ziemlich gleich derer eines Lottosechsers in Österreich.
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