File Sharing: Isle of Man plant vollständige Legalisierung

20. Jänner 2009, 14:31
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Britische Insel will sich als Vorreiter alternativer Finanzierungsmodelle betätigen - Kultur-Flatrate statt nicht einhaltbarer Verbote

In der Diskussion rund um das Phänomen des Online-Tausches von Musik- und Videodateien kommt immer wieder einmal auch der Vorschlag für die Einführung einer sogenannten "Kultur-Flatrate" auf. An die reale Umsetzung eines solchen alternativen Finanzierungsmodells wollte sich bislang aber niemand wagen, ein Umstand, den nun die Isle of Man durchbrechen will.

Pläne

So hat ein Regierungssprecher der rund 80.000 Einwohner zählenden britischen Insel nun auf der in Cannes stattfindenden Musikmesse Midem entsprechende Pläne seines Landes verkündet. Nach dem Modell würden alle BesitzerInnen eines Breitbandanschlusses automatisch auch einen monatlichen Betrag zur Abgeltung von KünstlerInnen leisten, der Download von Musik und Videos wäre dafür dann vollkommen legal und kostenlos - egal aus welcher Quelle.

Erkenntnis

"Wenn wir ehrlich sind, werden wir es einfach nicht schaffen, die Piraterie zu besiegen, also machen wir das Beste daraus", so der für Wirtschaftsbeziehungen zuständige Vertreter der Isle of Man, Ron Berry, laut der New York Times. Einen konkreten Zeitrahmen für die Umsetzung nennt Berry allerdings nicht. Abzuwarten bleibt auch wie das britische Mutterland auf ein entsprechendes Gesetz reagieren würde. Zwar ist die "Isle of Man" weitgehend unabhängig, in Gesetzesfragen kann sich das englische Parlament aber sehr wohl einmischen. Und dieses hat sich erst vor kurzem erst wieder für schärfere Maßnahmen gegen illegales File Sharing stark gemacht. (red)

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