Grazer Minoriten-Kulturzentrum zieht um

20. Jänner 2009, 14:06
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Letztes Jahr im "Kulturstock zwo"

Graz - Übersiedelung und weniger Ausstellungsfläche stehen dem Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz ins Haus. Zum einen entfällt das Priesterseminar als Präsentationsort, weil dort ab Herbst 2009 das Diözesanmuseum untergebracht wird. Zugleich bricht aber auch das letzte Jahr im "Kulturstock zwo" an: Nach Auszug des Diözesanmuseums wird das Kulturzentrum nach 34 Jahren vom zweiten in den ersten Stock übersiedeln.

Weniger Präsentationsfläche

Das gesamte Areal geht von der Diözese ab 2010 an den Minoritenorden zurück. "Es sieht aber so aus, als ob wir uns einen Stock tiefer einmieten können", so Minoriten-Kultur-Leiter Johannes Rauchenberger. Weiters kommt dem Kulturzentrum die Präsentationsfläche im Priesterseminar abhanden: "Leider verlieren wir 2009 durch die Umstrukturierungen der Diözese unsere schönen Ausstellungsräume für größere Ausstellungen im Priesterseminar - das Diözesanmuseum zieht dort ein, weshalb wir nunmehr etwas gehandicapt sind", bedauert Rauchenberger, der am Dienstag das Jahresprogramm des Kulturzentrums präsentierte.

Ausweitung des Programms

Die Grazer Institution, die sich in den vergangenen drei Jahrzehnten als ein Zentrum für zeitgenössische Gegenwartskultur und Religion etabliert hat, bleibt dem Mehrsparten-Programm jedoch auch im neuen Jahr treu. "Im Jahr 2009 wird verstärkt nach thematisch orientierten Leitmotiven kuratiert, die Balance zwischen junger Kunst und arrivierten Positionen, sowie zwischen internationalen Künstlern und vor Ort Arbeitenden wird dabei weiterhin möglichst austariert", so Rauchenberger. Mit "Medien" werden die bisherigen Programmschienen sogar erweitert: In zwei Formaten plant "Medien"-Kurator Matthias Opis ein Programm, das Reflexionen über Medien und ihre Theorien zur Diskussion stellt und andererseits Medienschaffenden eine Präsentationsplattform bietet.

Jahresthema: Lichtmesz

Das zentrale Mehrspartenprojekt des Jahres ist diesmal der Thematik der "Lichtmesz" - dem "Wendefest" für heller werdende Tage - gewidmet. Ausgehend von Rembrandts Bild "Simeon" werden Künstler beauftragt, aus dem Thema des Greises, der durch das Leuchten des Kindergesichts Erkenntnis erfährt, künstlerische Positionen in Video, Fotografie, Tanz, Dichtung und Musik zu entwickeln. Die Sommerausstellung "Heiß Lieben" hinterfragt in Kombination mit einem Literaturprojekt das Bild der Mutter in der Kunst quer durch die Jahrhunderte. Die Präsenz im "Kulturstock zwo" wird schließlich im November 2009 mit einer Gedächtnisausstellung an Josef Fink, dem Initiator des Kulturzentrums, der vor zehn Jahren verstorben ist, beendet. (APA)

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