Verlängerter Einsatz kostet acht bis zehn Millionen

20. Jänner 2009, 13:16
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Statt "Aufklärung" könnten Österreicher für "Logistik" zuständig sein - Bei anderen Einsätze wird dafür gekürzt

Wien - Die Fortsetzung des Bundesheer-Einsatzes im Tschad bis Ende 2009 wird acht bis zehn Millionen Euro kosten. Das sagte Verteidigungsminister Norbert Darabos am Dienstag nach dem Ministerrat zur APA. Da diese Summe im Budget für Auslandseinsätze ohnehin eingeplant sei, werde es zu keinen Budget-Kürzungen in anderen Bereichen kommen, so Darabos.

Österreich wird voraussichtlich mit etwas weiger Soldaten als bisher, aber mit über 100 an der UNO-Mission beteiligt sein, hieß es aus dem Ressort. Die genaue Anzahl hänge von der Aufgabenstellung ab, die sich ändern könnte. Das werde derzeit mit der UNO besprochen. Im Rahmen der im März auslaufenden EU-Mission war das Bundesheer mit 160 Mann beteiligt, 40 davon waren vom Jagdkommando. Ihre Hauptaufgabe war "Aufklärung". Für die neuen Aufgaben für Österreich gebe es mehrere Varianten, eine davon sei "Logistik".

Weniger Soldaten in Bosnien

In der Finanzierungsfrage verwies Darabos darauf, dass einige Auslandseinsätze des Bundesheeres außerdem "zurückgefahren" werden. So werde man etwa die Mannschaft in Bosnien verkleinern. Für die Mission im Tschad "bekommen wir auch Geld von der UNO vergütet", meinte der Verteidigungsminister. Damit könnten die Kosten für den Einsatz weiter verringert werden.

Das derzeitige Mandat für die EUFOR-Mission der EU zum Schutz von Flüchtlingen und Hilfsorganisationen im östlichen Grenzgebiet zur sudanesischen Provinz Darfur läuft am 15. März aus. Auf UNO-Sicherheitsratsbeschluss übernimmt dann die deutlich aufgestockte UNO-Mission im Tschad und der Zentralafrikanischen Republik (MINURCAT 2) die Aufgaben der EU-Überbrückungsmission.

SPÖ und ÖVP hatten am Montag bekanntgegeben, dass Österreich nach dem Ablauf der EU-Überbrückungsmission auch an der deutlich aufgestockten UNO-Mission teilnehmen wird. Die EUFOR ist mit etwa 3.500 Mann im Tschad vertreten, das Bundesheer ist seit Jänner 2008 an dem Einsatz beteiligt. Die Blauhelm-Mission soll insgesamt 5.500 Polizisten und Soldaten sowie die "notwendige Menge" Zivilpersonal. (APA)
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