Dorotheum startet Immobilien-Auktionen

20. Jänner 2009, 13:10
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Das traditionsreiche Auktionshaus veranstaltet im Juni erstmals eine öffentliche Versteigerung, eine Gesetzesnovelle ermöglicht dies

Neben dem Trend zur Verlosung hat in Österreich eine weitere Form der Liegenschaftsveräußerung Einzug gehalten: Seit Jahresbeginn sind hierzulande freiwillige Versteigerungen von Immobilien erlaubt. Die Rechtsgrundlage dafür schaffte das am 1. Jänner in Kraft getretene so genannte "Feilbietungsrechtsänderungsgesetz" (derStandard.at berichtete).

Beim Auktionshaus Dorotheum hat man dies zum Anlass genommen, eine eigene Tochterfirma dafür zu gründen. Geschäftsführer der Dorotheum Immobilien sind Isabella Jandl und Konrad Abensperg-Traun, die erste Versteigerung findet im Juni statt. Der Katalog ist ab April erhältlich.

"Keine Unsicherheiten"

"Bei uns gibt es keine rechtlichen und steuerlichen Unsicherheiten", strich die Geschäftsführerin von Dorotheum Immobilien, Isabella Jandl, die Vorteile der gewerblichen Auktion gegenüber der privaten Verlosung von Immobilien hervor.

Bei dem Versteigerungshaus können Objekte - Grundstücke, Häuser, Wohnungen oder Büroimmobilien - ab sofort für die erste Immobilien-Auktion eingeliefert werden. "Wichtig ist, dass es sich um eine marktgängige Immobilie handelt", betonte Jandl. Die Serviceleistungen des Dorotheum umfassen auch eine Bewertung der Immobilie durch einen gerichtlich zertifizierten Sachverständigen.

Für jede Immobilie werden vor der Versteigerung zwei Besichtigungstermine für potenzielle Käufer fixiert. "Die Immobilie wird von uns im Vorfeld aufbereitet, da gibt es keine Unsicherheiten", so Jandl.

Gestaffelte Gebühren

Die Gebühren dafür orientieren sich gestaffelt am Wert der Immobilie. Der Verkäufer (Einbringer) zahlt dem Dorotheum zwischen 2 und 5 Prozent, der Käufer zwischen 2,5 und 6 Prozent. Das Tarifsystem im Detail wird demnächst auf der Website (www.dorotheum-immobilien.com; vorläufig noch nicht aktiv, Anm.) veröffentlicht.

Für den Erwerber kommen die üblichen Nebenkosten wie die Eintragungsgebühr ins Grundbuch (ein Prozent des Kaufpreises), die Grunderwerbssteuer (3,5 Prozent) sowie die Notariatskosten für die Treuhandhinterlegung (ein nach Kaufpreis gestaffeltes Fixum) hinzu.

Heuer steht jeweils eine Auktion pro Halbjahr auf dem Plan - nach jener im Juni auch noch eine im November. Der Katalog wird auch auf der Website abrufbar sein. Bei entsprechender Resonanz aus der Bevölkerung finden die Auktionen in den Folgejahren laut Jandl vierteljährlich statt.

Die Versteigerung von Immobilien im Dorotheum ist öffentlich, richtet sich also sowohl an private als auch an gewerbliche Kunden. (APA/red)

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    Seit dem 1. Jänner gelten neue Regelungen für die Versteigerung von Liegenschaften, betroffen sind die freiwilligen Feilbietungen. Nun kann statt dem zuständigen Bezirkskommissär (über das Bezirksgericht) jeder Notar die Abwicklung übernehmen. Bisher wurden Immobilien in Österreich nur in Einzelfällen versteigert. Im Internet sind die Objekte unter www.edikte.justiz.gv.at zu finden. In Deutschland sind gewerbliche Immobilienauktionen laut Jandl bereits seit über 20 Jahren möglich.

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